Persönliche Trauerrede des ehemaligen Bundestagspräsidenten Lammert 

Rund 450 Hammer und Ehrengäste nehmen Abschied von Günter Rinsche

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Eingerahmt von vielen Kränzen: das Porträt von Günter Rinsche.

Hamm – Ein Lebenskreis hat sich geschlossen: An dem Ort, an dem Günter Rinsche getauft wurde, fand am Donnerstag die städtische Trauerfeier für den ehemaligen Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Hamm statt. Viele Weggefährten, politische Freunde und auch Gegner kamen in die Liebfrauenkirche, um gemeinsam mit der Familie zu trauern.

Ein großes schwarz-weiß Foto von Günter Rinsche steht rechts vor dem Altar. Es zeigt den Verstorbenen so, wie viele Hammer ihren ehemaligen Oberbürgermeister in Erinnerung haben. Rinsche schaut mit wachen Augen, herzlichem Lächeln und entwaffnendem Blick in die Kamera. Aufgenommen wurde es an seinem 80. Geburtstag. Danach hatte er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Umringt ist das Porträt von vielen Kränzen. „Letzter Gruß“ steht auf den Schleifen. Die Gebinde machen deutlich, welchen Stellenwert Rinsche hatte, in Hamm, in NRW, in Deutschland, in Europa. Seine Wurzeln hat er nie vergessen: Inmitten der Kränze ein letzter Gruß von der Abiturientia 1951. 

Trauerfeier für Prof. Dr. Günter Rinsche in der Liebfrauenkirche

Rechts vorne, in der ersten Reihe, sitzt die Familie, Frau Ellen mit den Kindern und Enkelkindern. Dahinter Gäste aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft – aber auch viele Hammer, die die Trauerfeier nutzen, um sich von ihrem ehemaligen Oberbürgermeister zu verabschieden. Rund 450 Gäste sind in der Kirche dabei.

Ehrengäste

Gekommen ist auch der langjährige Bundestagspräsident und Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Professor Dr. Norbert Lammert. Weiterer Ehrengast ist Prof. Dr. Bernhard Vogel, ehemals Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz und des Freistaats Thüringen.

OB Thomas Hunsteger-Petermann (links) begrüßte Norbert Lammert vor der Liebfrauenkirche.

Die Stadt Hamm hat gemeinsam mit Pfarrer Ralf Dunker den Trauergottesdienst für den Ehrenbürger organisiert. In seiner Predigt geht Dunker auf das erfüllte Leben Günter Rinsches ein und sieht auch den Glauben als einen Antrieb für das ungewöhnliche politische Engagement.

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In einer sehr persönlichen Trauerrede bekennt vor dem Schluss-Segen Oberbürgermeister Thomas Hunsteger Petermann: „Ich persönlich habe Günter Rinsche viel zu verdanken. Ohne ihn würde ich am heutigen Tag vermutlich nicht zu Ihnen sprechen: Jedenfalls nicht als Oberbürgermeister der Stadt Hamm. Dafür möchte ich an dieser Stelle auch ganz persönlich „Danke“ sagen“. Er würdigt Rinsche als einen, der mit den herausragenden Persönlichkeiten seiner Zeit auf Augenhöhe war: als „Großer“ zwischen den „Größten“.

Ungewöhnlich langes und politisches Engagement

Für die Konrad-Adenauer-Stiftung, dessen Vorsitzender Günter Rinsche viele Jahre war, spricht Norbert Lammert. Er beschreibt das ungewöhnlich lange und politische Engagement des Verstorbenen. Rinsche, so Lammert, habe ihn geprägt. „Günter Rinsche gehört zu den Persönlichkeiten, die mich zu einem politischen Leben ermutigt haben“, sagt der ehemalige Präsident des Deutschen Bundestages. 

Nach rund 100 Minuten ist die Trauerfeier beendet. Draußen gewittert es, der Regen trommelt laut an die Fenster. Pfarrer Dunker lädt ein, den Kirchenraum für Gespräche und Kondolenzen zu nutzten. Viele der Gäste gehen zur Familie, ein kurzer Händedruck, eine Umarmung, ein tröstendes Wort wird gesprochen.

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