Update Donnerstag, 14 Uhr

Blutbad in Werries: Frauen noch in Lebensgefahr

[UPDATE DONNERSTAG 14 UHR] HAMM - Am Tag nach den tödlichen Schüssen in einer Seniorenwohnanlage am Friedrich-Gruß-Weg in Hamm-Werries schweben zwei von drei Verletzten noch in Lebensgefahr.

Die beiden Frauen (55, 77) seien operiert worden. Nach Auskunft von Staatsanwältin Sandra Lücke schweben beide noch in Lebensgefahr.

Ein 77-jähriger Bewohner hat Mittwochmorgen in einer Seniorenunterkunft in Hamm-Werries ein Blutbad angerichtet. Der Rentner schoss mit einer Pistole um sich und tötete einen 72-jährigen Mitbewohner. Drei Frauen wurden ebenfalls getroffen und teils schwerst verletzt. Anschließend erschoss sich der Schütze.

Das tödliche Szenario ereignete sich am Mittwoch gegen 10.30 Uhr in einem Gemeinschaftsraum im Keller der Wohnanlage am Friedrich-Gruß-Weg. Neun der 22 Bewohner waren dort zum Frühstück zusammengekommen. Unter anderem wollten sie Geld für ihr gemeinsames Weihnachtsessen einsammeln.

Im Zuge des Treffens kam es zum Streit zwischen dem Schützen und einer 77-jährigen Bewohnerin. Wie die Staatsanwaltschaft später mitteilte, habe der Senior die Pistole unvermittelt gezogen und das Feuer auf diese Frau eröffnet. Die 77-Jährige wurde getroffen und schwer verletzt.

Zustand bis zum Abend weiter kritisch

Eine 55-jährige Fachkraft vom Evangelischen Pflegedienst im Kirchenkreis Hamm wollte den Schützen gemeinsam mit einem 72-jährigen Bewohner beruhigen, doch der Mann feuerte weiter mit seiner Waffe. Der 72-Jährige starb noch am Tatort, die 55-Jährige wurde schwerst verletzt. Ihr Zustand wurde bis zum Abend als kritisch beschrieben.

Ein weiterer Schuss traf eine 72-jährige Bewohnerin, die leicht verletzt wurde. Anschließend richtete sich der Todesschütze selbst. Eine Anwohnerin verständigte um 10.30 Uhr Polizei und Rettungskräfte. Mehrere Dutzend Polizisten, etwa zehn Rettungs- und Notarztwagen sowie ein Rettungshubschrauber machten sich auf den Weg nach Werries. Das Gelände wurde über Stunden weiträumig abgesperrt.

Herkunft der Tatwaffe noch völlig offen 

Notfallseelsorger und Opferschutzbeauftragte der Polizei betreuten die Bewohner und Angehörigen der Opfer in einem Nachbargebäude. Eine Mordkommission der Polizei Dortmund übernahm am frühen Nachmittag die Ermittlungen.

Unklar blieb am Mittwoch, woher der Todesschütze seine Waffe hatte. „Er war jedenfalls kein Jäger und hatte nach bisherigem Ermittlungsstand auch keine Waffenbesitzkarte“, sagte Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel. Der 77-Jährige habe nach bisherigem Ermittlungsstand fünf Schüsse abgefeuert. Hinweise darauf, dass der Mann geistig verwirrt war, gebe es nicht.

Über die Hintergründe des Streits mit der Mitbewohnerin wurde offiziell nichts bekannt. Vor Ort hieß es, dass der Schütze schon seit längerer Zeit einen Groll gegen die Frau gehegt habe. Er sei eine schwierige Persönlichkeit gewesen. Die Hammer gemeinnützige Baugesellschaft als Eigentümer bestätigte, dass sie den Senior in der Vergangeheit wegen seines Verhaltens gegenüber anderen Mietern ermahnt habe.

Unser Nachrichten-Ticker von Mittwoch zum Nachlesen:

14.35 Uhr:

Polizei und Staatsanwaltschaft haben neue Informationen veröffentlicht. Es wird nun auch offiziell bestätigt, dass die Tat in der Seniorenanlage in einem Aufenthaltsraum geschah, "in dem regelmäßige Treffen der sonst selbständig in dem Haus lebenden Bewohner stattfanden. Zur

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Tatzeit kam es zwischen dem Täter (77 Jahre) und einer Bewohnerin (77 Jahre) zu einem Streit, aufgrund dessen der Schütze unvermittelt eine Pistole zog und auf die Bewohnerin schoss. Anschließend schoss er auf zwei weitere Bewohner (72 und 79 Jahre) und eine Mitarbeiterin der evangelischen Kirche (55 Jahre), die das Treffen organisiert hatte. Diese und die Bewohnerin, die zunächst mit dem Täter in Streit geraten war, wurden schwer verletzt. Die 79 jährige Bewohnerin wurde leicht verletzt, der 72 Jahre alte Bewohner verstarb am Tatort.

Fotos vom Tatort:

Bluttat in Werries

Bluttat in Werries

13.35 Uhr:

Nach WA-Informationen soll der Täter ein alleinstehender Mann gewesen sein. Er habe in einem Versammlungsraum im Keller der Anlage das Feuer eröffnet. Er soll zuvor abgeschieden und zurückgezogen gelebt haben.

Das zweite Todesopfer soll eine weitere Bewohnerin der Anlage gewesen sein.

Eine Betreuerin und zwei weitere Bewohner wurden wohl schwer verletzt und mit Rettungshubschraubern ins Krankenhaus geflogen.

12.10 Uhr:

Die Polizei teilt mit, dass (nach ersten Erkenntnissen) ein Mann mit einer Schusswaffe auf mehrere Personen geschossen habe. Hierdurch wurden mindestens zwei Personen schwer, eine leicht und eine Person tödlich verletzt. Der Täter hat sich anschließend vor Ort selbst getötet.

Hintergründe zur Tat sind weiterhin nicht bekannt.

Eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Dortmund ist eingesetzt und befindet sich auf dem Weg zum Tatort.

12 Uhr:

Eine verletzte Person wurde mit dem Hubschrauber in ein Dortmunder Krankenhaus geflogen.

11.55 Uhr:

Dem WA liegen Informationen vor, denen zufolge die Bluttat während eines gemeinsamen Seniorenfrühstücks passierte. Dabei habe einer der Bowohner einer Frau in den Kopf geschossen und die Waffe anschließend auf sich selbst gerichtet. Aber: Nach wie vor sind alle Informationen nicht offiziell bestätigt. Die Spurensicherung ist im Haus mit der Nummer 2 an der Arbeit.

11.45 Uhr:

Nach Auskunft unseres Reporters vor Ort können neun Senioren zeitnah wieder in ihre Wohnungen zurück.

Unsere ersten Infos um 11 Uhr:

Nach ersten Angaben wurden bei dem Vorfall Schüsse abgegeben. Das betreffende Haus mit betreuten Wohneinheiten im kleinen Friedrich-Gruß-Weg (zwischen den Straßen Alter Uentroper Weg und Auf dem Placken) werde derzeit durchsucht. Der Tatort ist weiträumig (von der Stadtmitte kommend ab Papenweg) abgesperrt. Ein Rettungshubschrauber hob um 11.30 Uhr nahe des Tatorts auf einem kleinen Feld mit einer verletzten Person ab.

Neben Polizeiautos waren beziehungsweise sind mehrere Krankenwagen vor Ort, ebenso die Kripo.

Die Beamten hätten die Situation im Griff, berichtete die Polizei. Für Unbeteiligte bestehe keine Gefahr mehr.

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft hat bei den Ermittlungen die Federführung übernommen.

Die erste Meldung war um 10.31 Uhr bei der Polizei eingegangen. - WA

Rubriklistenbild: © Zimmermann

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