Wie Tom Bartsch das Verhalten von Promi-Musikern sieht

Hammer Musiker zu Helge Schneider: „Richtig gehandelt“

Helge Schneider sagte Konzerte ab, Nena provoziert Fans und Veranstalter. Das Verhalten der prominenten Musiker polarisiert auf vielen Ebenen. Tom Bartsch ist in Hamm eine Art Musiker-Ikone. Auch er hat eine Meinung.

Hamm - Der Entertainer Helge Schneider hat in Augsburg ein Konzert vor 900 Fans nach 40 Minuten abgebrochen, weil ihn die Bewirtung der in Strandkörben sitzenden Besucher störte. Inzwischen hat er sogar alle weiteren „Strandkorb-Konzerte“ abgesagt. Konsequent oder unprofessionell? Das Schlaglicht trifft auch Hamm, weil Schneider hier am 20. August auftreten wird – allerdings wird das Publikum im Kurhausgarten dann an Biertischen sitzen.

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner178.967

Hammer Musiker zu Helge Schneider: „Richtig gehandelt“

Tom Bartsch (61), Gitarrist und umtriebiger Musik-Allrounder aus Hamm, hat zum Verhalten Schneiders - aber auch Nenas - eine klare Meinung:

Hast du als Musiker für den Abbruch in Augsburg Verständnis? Oder hätte Helge Schneider den Auftritt sowohl aus Vertrags- als auch aus Fairnessgründen zu Ende bringen müssen?
Helge Schneider hat meiner Meinung nach erst einmal richtig gehandelt. Denn in seinen Statements danach hat er sich als Künstler nicht sehr wohl gefühlt. Andererseits hätten das Management und die Bookingagentur, und somit auch er, wissen müssen, wie solche Veranstaltungen ablaufen. Gibt ja inzwischen genug Videos dazu im Netz.
„Ich glaube, so kann keine Atmosphäre zwischen Künstler und Publikum entstehen“, sagt Tom Bartsch zu Strandkorb-Konzerten.
Nach dem schlagzeilenträchtigen Abbruch in Augsburg hat Schneider inzwischen auch alle weiteren „Strandkorb“-Konzerte abgesagt. Ist das Format trotz der derzeit noch komplizierten Situation grundsätzlich fragwürdig, und hätte man diese Problematik nicht absehen können?
Ich persönlich halte das Format für fragwürdig. Ob es jetzt Strandkörbe oder Plexiglaskuben sind. Ich glaube, so kann keine Atmosphäre zwischen Künstler und Publikum entstehen. Bei Helge gab es diese Riesenbühne mit enormer Bühnenhöhe und bestimmt 10 bis 15 Meter zur ersten Zuschauerreihe: Da hat er wahrscheinlich nur dunkle Klötze mit sich dazwischen bewegendem Servicepersonal gesehen. Stühle und Bänke sind die bessere Wahl, möchte ich meinen.
Parallel zu Helge Schneider macht auch Nena Schlagzeilen wegen fragwürdiger Auftritts-Gebaren: In Berlin forderte die Sängerin ihre Fans auf, die vom Veranstalter vorgegebenen Corona-Regeln zu brechen. Der brach den Auftritt daraufhin ab – auch, weil vertraglich keine politischen Äußerungen zugelassen waren. Ein weiteres Konzert in Wetzlar wurde gecancelt. Wofür hast du mehr Verständnis: für Nena oder für die Kritik an ihr?
Ich habe mehr als großes Verständnis für die Kritik an Nena. Denn mit der Aufforderung zum Regelbruch bringt sie die Zuschauer in die gefährliche Situation, sich zu infizieren und auch heftig zu erkranken. Das wäre dann eine Aufforderung zur Körperverletzung. Aber auch da hätte es das Management besser wissen müssen. Die Dame wird ja nicht erst seit heute den Verschwörungs-Queeren à la Naidoo und Hildmann nahestehend zugeordnet.
Nur mit den Verweisen, was alles bei Demos, bei der EM und so weiter möglich war, hat sie leider Recht. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

Rubriklistenbild: © Willi Weber/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare