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Tötungsdelikt am OLG-Teich: 27-jähriger Hammer wegen Mordes angeklagt

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Von: Frank Lahme

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Am Teich im OLG-Park in Hamm war am frühen Sonntagmorgen, 19. September, die Leiche einer 25-jährigen Frau aus Hamm gefunden worden.
Am Teich im OLG-Park in Hamm war am frühen Sonntagmorgen, 19. September, die Leiche einer 25-jährigen Frau aus Hamm gefunden worden. © Robert Szkudlarek

Knapp vier Monate nach dem Tötungsdelikt vom OLG-Park hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor dem Dortmunder Schwurgericht Mordanklage gegen einen 27-jährigen Hammer erhoben.

Hamm – Das bestätigte Staatsanwalt Felix Giesenregen am Donnerstag auf WA-Anfrage. Der Angeschuldigte soll in den frühen Morgenstunden des 19. Septembers eine 25-jährige Hammerin mit einem Messer erstochen haben. Er soll dabei heimtückisch und zur Befriedigung des Geschlechtstriebs gehandelt haben.

Das Landgericht Dortmund wird nun als nächstes über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden haben. Sollte es zum Prozess kommen, droht dem Angeschuldigten im Fall einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Opfer wohnte nur wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt

Das 25-jährige Opfer war in der Nacht zum Sonntag, 19. September, mit Freunden auf der Südstraße im Lokal „Cheyenne“ zum Feiern gewesen. Dort hielt sich auch der Angeschuldigte auf. Täter und Opfer kannten sich offenbar nicht.

Morgens um nach 5 Uhr machte sich die 25-Jährige zu Fuß und allein auf den Nachhauseweg. Sie wohnte nur wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt. Wahrscheinlich folgte ihr der der 27-Jährige; auch er wohnte seit einigen Jahren im Hammer Süden. Hinweise darauf, dass Opfer und Angeschuldigter den Heimweg gemeinsam antraten, gibt es bis heute nicht.

Am OLG-Teich kam es zu dem gewaltsamen Übergriff. Ein Passant, der seinen Hund ausführte, entdeckte den Leichnam, der teils entkleideten Frau gegen 6.50 Uhr.

Mutmaßlicher Täter zwischenzeitlich auf freiem Fuß

Nur wenige Stunden später wurden die Ermittler nach einem Hinweis aus der Bevölkerung auf den 27-Jährigen aufmerksam. Er wurde am Nachmittag vorläufig festgenommen, einen Tag später jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein dringender Tatverdacht hatte ihm da letztlich (noch) nicht nachgewiesen werden können.

Trotzdem behielten die Ermittler der Mordkommission den 27-Jährigen im Fokus. Zwei Tage später, am Mittwoch, 22. September, gelang schließlich der Durchbruch. Spezialisten vom Landeskriminalamt hatten Zellmaterial des jungen Mannes unter den Fingernägeln des Opfers nachgewiesen. Ferner war an einem Messer, das in der Wohnung des 27-Jährigen sichergestellt worden war, Blut des Opfers entdeckt worden.

Ebenso waren auf dem Handy des Angeschuldigten Fotos des Leichnams, die zwischenzeitlich gelöscht worden waren, wiederhergestellt worden. Der 27-Jährige wurde festgenommen und sitzt seit dem 23. September in Untersuchungshaft.

Angeschuldigter äußert sich nicht - Trauer vor Ort noch sichtbar

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, hat sich der Angeschuldigte bislang nicht zu den Tatvorwürfen eingelassen. Ein psychiatrisches Gutachten wurde in Auftrag gegeben, ist aber noch in Bearbeitung.

Das brutale Verbrechen hatte in der gesamten Stadtgesellschaft große Betroffenheit ausgelöst. Dies insbesondere deshalb, weil der Angeschuldigte offenbar massenhaft und über viele Monate hinweg versucht hatte, über soziale Netzwerke Kontakt zu jungen Frauen aus der Stadt aufzunehmen. Gefühlt hatte kaum eine Heranwachsende aus der Stadt noch nichts von dem 27-Jährigen gehört.

Über Wochen erschienen Trauernde am Tatort und legten dort Blumen, Kerzen und Plüschtiere ab. Auch heute noch sind diese Zeichen der Anteilnahme dort abgelegt und nicht beseitigt worden.

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