Dramatischer Fall aus Hamm vor Gericht

Tod auf Straßenstrich: Führte Täter geheimes Doppelleben?

Mord an Prostituierter auf Straßenstrich in Hamm-Heessen: Angeklagter vor Gericht.
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Der Angeklagte während des erstens Gerichtsverfahrens in Dortmund. (Achrivbild)

Der mutmaßliche Mörder einer Prostituierten auf dem Straßenstrich am Flugplatz führte offenbar ein geheimes Doppelleben. Freunde und Bekannte ahnten jedenfalls nichts von seiner Leidenschaft für käufliche Liebe.

Dortmund/Hamm – Im nun schon zweiten Prozess gegen den 26-Jährigen vor dem Dortmunder Schwurgericht beleuchten die Richter jetzt das persönliche Umfeld des Angeklagten. Eine 19-jährige Zeugin sagte jetzt aus, deren Vater den 26-Jährigen seit langem kennt. „Er war immer so nett, so höflich und freundlich“, erinnerte sich die Zeugin.

An jenem 12. September 2018, als plötzlich das Gerücht die Runde machte, der Angeklagte habe „etwas Schlimmes mit einer Frau gemacht“, will die 19-Jährige ihre Mutter in ziemlich aufgelöstem Zustand angetroffen haben. Ihr Vater sei derweil bei der Polizei gewesen. „Als er am Abend nach Hause kam, haben wir dann alles erfahren“, sagte die Zeugin den Richtern. „Das war natürlich ein ganz schöner Schock für uns.“

Tod auf Straßenstrich in Hamm: Zeugin fassungslos

Nicht nur, dass die gesamte Familie dem Angeklagten niemals eine Gewalttat zugetraut hätte. Schon der Umstand, dass der junge Mann offenbar Stammgast auf dem Straßenstrich war, macht die 19-Jährige immer noch fassungslos. „Ich bin sicher, dass mein Papa ihn niemals zu uns nach Hause eingeladen hätte, wenn er geahnt hätte, dass er regelmäßig Kontakt mit Prostituierten hat“, sagte die Zeugin. So aber habe ihr Vater dem Angeklagten viel geholfen. Unter anderem bei einem Umzug und, als er einen Job suchte.

Tod auf Straßenstrich in Hamm: Urteil im Januar?

Das Urteil gegen 26-jährigen Angeklagten wird voraussichtlich erst im Januar gesprochen werden. Gehen die Richter davon aus, dass er die Prostituierte erwürgt hat, um zu verdecken, dass er kein Geld in der Tasche hatte, droht dem Mann eine Verurteilung wegen Mordes. Glauben sie dagegen die Version des Angeklagten, nach der es vor dem Würgen einen lautstarken Streit gab, bliebe eine Verurteilung wegen Totschlags.

Tod auf Straßenstrich in Hamm: Richter sagen aus

Am nächsten Verhandlungstag sollen die Richter des ersten Prozesses als Zeugen aussagen. Ihr Urteil war in der Revision vom Bundesgerichtshof gekippt worden. Vor Weihnachten sind dann noch die Erstattung des psychiatrischen Gutachtens zur Schuldfähigkeit und die Plädoyers der Prozessbeteiligten geplant.

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