2. Verhandlungstag

Tod einer Prostituierten: Angeklagter äußert sich zu Details der Tatnacht

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Der Angeklagte machte Angaben zur Tatnacht.

Hamm/Dortmund – Mit ergänzenden Angaben des Angeklagten zum gewaltsamen Tod einer Frau auf dem Hammer Straßenstrich wurde der Prozess vor dem Dortmunder Schwurgericht fortgesetzt.

Überraschend teilte der 24-jährige Syrer zu Beginn des zweiten Verhandlungstages mit, dass er sich näher äußern wolle zu dem Tatgeschehen auf der Heessener Straße in den Nachtstunden des 12. Septembers.

Tenor seiner ergänzenden Angaben: Die 35-jährige Prostituierte habe ihn beschimpft und mit einem Faustschlag gegen die Schulter attackiert, weil er nach dem Sex nicht gezahlt habe. Das sei das erste Mal gewesen, dass er kein Geld gegeben habe, er habe sie um ein paar Tage vertrösten wollen, sagte er.

Am Hals gedrückt, damit sie still ist

Doch die Frau, bei der er seit Längerem immer wieder Kunde gewesen sei, sei wütend geworden, habe laut herumgeschrien und ihn massiv beleidigt. Da habe er sie am Hals gedrückt, damit sie still sei. „Wie und wie lange ich gedrückt habe, weiß ich nicht. Als ich weg ging, lag sie am Boden“, erinnerte sich der Mann nach längerem intensiven Nachfragen des Vorsitzenden Richters Peter Windgätter.

Prostituierte an Heessener Straße zu Tode gewürgt

Eine Kollegin der getöteten Prostituierten beschrieb den anerkannten Asylbewerber als „lieben Jungen“, dem sie solch eine Tat „niemals zugetraut hätte“. Er sei regelmäßiger Kunde auf dem Straßenstrich gewesen, „alle kannten ihn“.

Ihre Kollegin beschrieb sie als ein liebes Mädchen, das eigentlich in den Niederlanden gelebt habe und wochenweise zum Anschaffen nach Hamm gekommen sei.

Frau soll ausfallend geworden sein

Sie habe dann viel Kokain genommen und sei dann schon einmal ausfallend geworden gegenüber den Kolleginnen und den Freiern.

Kopfschüttelnd kommentierte die Frau die Behauptung des Angeklagten, dass eine Prostituierte erst nach der sexuellen Dienstleistung ihren Lohn kassiere: „Das ist nicht üblich. Es arbeiten alle auf Vorkasse!“ Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

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