"Titanic-Fahrt stoppen": Gasbohrgegner warnen vor Risiken

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In Sichtweite der Wassertürme (rechts oben) will die HammGas nach Gas bohren. 

Hamm - Auf scharfe Kritik stoßen bei den Gasbohrgegnern die Pläne der HammGas, nicht nur in Herbern im Mai, sondern nun auch in Hamm bohren zu wollen.

Wie berichtet, soll noch in diesem Jahr die zweite Aufsuchungsbohrung östlich der Martinstraße in der Nähe des Naturschutzgebietes „Donauer Bach“ und etwa 1,4 Kilometer Luftlinie entfernt von den Wassertürmen erfolgen. 

„Die Geister, die 2011 gerufen wurden, werden wir heute nicht mehr los“, kommentiert Linken-Fraktionsgeschäftsführer Alisan Sengül die jüngste Entwicklung. Aus gutem Grund habe seine Fraktion bereits vor fünf Jahren gegen die Beteiligung der Stadtwerke an der HammGas gestimmt.

Sengül sieht rein wirtschaftliche Interessen

 „Erdgasvorräte im südlichen Münsterland und nordöstlichen Ruhrgebiet auszubeuten, beinhaltet schwerwiegende Risiken wie Erdbeben und Trinkwasserverseuchung“, warnt Sengül. Die Bohrung in unmittelbarer Nähe der Wassertürme und eines Naturschutzgebietes vorzunehmen, habe durchaus Symbolcharakter, denn die Stadtwerke seien eben auch lokaler Wasserversorger. 

„Es gibt keine Einflussnahme der Stadt Hamm über ihre Tochter Stadtwerke auf das Geschäftsgebaren eines Wirtschaftsunternehmens wie der HammGas“, meint Sengül. Es gehe nicht um Inhalte, Transparenz und Information, es gehe ausschließlich um die wirtschaftlichen Interessen einiger weniger. „Die Gestaltungshoheit innerhalb der HammGas scheint längst beim Konsortialpartner Engie E & P zu liegen.“ 

"Historischer Fehler"

„Es ist ein historischer Fehler, dass der Rat der Stadt in der Mehrheit das Projekt HammGas unterstützt. Die ökologischen und ökonomischen Risiken werden kleingeredet oder schlichtweg ignoriert“, erklärt Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm. Er fordert die große Koalition aus CDU und SPD, aber auch die FDP und die Grünen auf, ihre politische Unterstützung für die HammGas einzustellen.

„Die Titanic-Fahrt der HammGas muss gestoppt werden. Die Stadtgesellschaft muss ihren Protest deutlich machen und der Stadt und der HammGas die rote Karte zeigen“, erklärt Gürle. In diesem Sinne ruft Jürgen Blümer von den Landschaftspaten zur Teilnahme am Aktionstag gegen Gasbohren und für die Energiewende am 22. Mai in Herbern hin. „Angesichts der aktuellen Nachrichten aus Hamm, sollten wir gemeinsam zeigen, dass wir diese Energiepolitik nicht wollen“, so der Drensteinfurter.

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