Tierschutzverein verliert 145 Mitglieder: "Reicht gerade eben"

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Hamm - So gerade eben hält sich das Tierheim mit dem Tierschutzverein Hamm als Träger über Wasser. Bitter: Innerhalb von zwei Jahren verlor der Verein 145 Mitglieder.

„Wir haben das Tierheim durch schwere See, es aber wieder auch in ruhigere Fahrwasser gebracht“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Frank Bierkemper, bei der Jahreshauptversammlung. Hauptthema war am Mittwochabend ein Rückblick auf die Entwicklung des Heims und des Vereins, nachdem die Einrichtung bekanntlich vor zwei Jahren vor dem Aus stand.

Um das Tierheim mit angegliederter Tierpension weiterhin betreiben zu können, wurden seinerzeit die Preise, aber auch die Mitgliedsbeiträge des Tierschutzvereins erhöht. „Die Erhöhung macht sich jetzt bemerkbar“, sagte die Tierheimleiterin Gerda Bierkemper. So ging die Mitgliederzahl von 430 vor zwei Jahren auf aktuell 285 zurück. Finanziell wirke sich das aber nicht aus. Im Gegenteil: Durch die Beitragserhöhung stiegen die Einnahmen um 4000 auf 14.000 Euro, erklärte Bierkemper. „Wir sind aber nicht in einer stabilen Lage, sondern es reicht gerade eben“, unterstrich Bierkemper die angespannte finanzielle Situation.

Die Rettung: Tierschutzverein führt Tierheim weiter

Der Vorstand des Tierschutzvereins hat den Verein nach eigenen Angaben in „ruhigeres Fahrwasser gebracht“.

Hauptgrund dafür sei, dass durch die neue, für drei Jahre gültige Betriebserlaubnis, seit dem 1. Juli 2016 nur noch zwölf Hunde gleichzeitig im Tierheim und der Pension bereut werden dürften. Zuvor waren es 15, ursprünglich 22. Diese Reduzierung habe dazu geführt, dass sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben jeweils um 75 Prozent sanken, erklärte Gerda Bierkemper. Zu schaffen mache dem Tierheim die Reduzierung aber noch aus einem anderen Grund: Weil mehrere nicht vermittelbare Hunde dauerhaft im Tierheim untergebracht sind – und natürlich auch Geld kosten –, brauche man entsprechend viele Pensionstiere, um dies auszugleichen. Durch die Beschränkung in der Betriebserlaubnis sei das schwierig geworden.

Höhere Beiträge "überlebenswichtig"

Unterm Strich stehe bei den Finanzen stets eine Null, betonte sie. Das Plus von 4000 Euro bei den Mitgliedsbeiträgen sei allerdings auch durch ein Minus von gut 4000 Euro bei den Spendeneinnahmen hinfällig. Die Maßnahme vor zwei Jahren sei aber überlebenswichtig gewesen, betonte auch der Vorsitzende Frank Bierkemper. So habe man die Pensionseinnahmen von 2015 bis heute von 17.000 Euro auf 21.000 Euro erhöhen können. Nur dies mache den Fortbestand des Tierheims überhaupt möglich, sagte Bierkemper.

Positiver gestimmt waren die Mitglieder, als Gerda Bierkemper andere Zahlen verlas, die nichts mit dem Finanziellen zu tun hatten. Wie die Leiterin des Heims sagte, seien im vergangenen Jahr 225 Hunde in der Pension betreut worden. Außerdem seien 42 Hunde, 35 Katzen und 28 Kleintiere vermittelt worden. Ständig zunehmen würde allerdings die schnelle „Haus-zu-Haus“-Vermittlung. Hierbei werden die Tiere nicht im Heim betreut, sondern von einem Besitzer zum nächsten direkt weitervermittelt.

Gerda und Frank Bierkemper bleiben im Amt

Im Rahmen der Versammlung standen auch Vorstandswahlen an. Obwohl Gerda und Frank Bierkemper vor einem Jahr ankündigten, sich zurückziehen zu wollen, übernehmen sie ihre Ämter weiterhin. Es hat sich schlichtweg kein Nachfolger für den Vorsitz und das Amt des zweiten Stellvertreters gefunden. Bestätigt wurden Kassiererin Evelyn Kebeiks und der erste stellvertretende Vorsitzende Heinrich Karlsohn. Neuer Schriftführer ist Klaus Tipp, nachdem Sascha Wierczoch sein Amt Anfang des Jahres niederlegte.

Thema der Versammlung war auch der benachbarte Kleingartenverein. „Es ist ruhiger geworden“, sagte Frank Bierkemper und zeigte sich froh, dass die Streitereien um die Lautstärke der Hunde weniger wurden.

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