Zwei seltene Kaninchen ziehen ein: Tierpark nimmt bedrohte Art auf

Rüdiger Hartung (rechts) übergibt das Loh-Kaninchen an Tierpfleger Jan Richter.
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Rüdiger Hartung (rechts) übergibt das Loh-Kaninchen an Tierpfleger Jan Richter.

Seit Freitag, den 6.Juni hat der Tierpark neue langohrige Bewohner. Zwei Kaninchen-Damen haben das Gehege auf dem Kinderbauernhof bezogen. Das besondere: Sie stehen auf der Liste der bedrohten Arten und sollen so vorm Aussterben gerettet werden.

Hamm – Ängstlich kuschelt sich das kleine schwarz-braune Fellknäuel in die Arme von Tierpfleger Jan Richter. „Noch ist ihr das Ganze nicht geheuer“, sagt er und streichelt behutsam über den kleinen Kopf. Eine andere Strategie verfolgt die graue Kaninchendame auf dem Arm des Kollegen Florian Kolpak. Sie versucht über die Schulter Reißaus zunehmen.

Eine ganz normale Reaktion, schließlich sind die beiden drei Monate alten Zuchtkaninchen erst ganz frisch in ihrem neuen Zuhause im Tierpark angekommen. „Sie müssen sich jetzt erst mal eingewöhnen und uns und die anderen Kaninchen kennenlernen“, erklärt Kolpak. Die beiden Tierpfleger sind verantwortlich für das Huftier-Revier, zu dem auch der Kinderbauernhof mit Streichelzoo zählt.

Tierpark dient als Arche

Weil der Kaninchenbestand mit den Jahren altersbedingt geschrumpft war, sollten neue Bewohner her. Aber eben nicht irgendwelche, denn der Tierpark hat einen besonderen Auftrag: „Wir sind ein zertifizierter Arche-Zoo. Das heißt, wir wollen den Erhalt von seltenen Haustierarten und -rassen sichern“, erklärt die tierärztliche Leiterin Nicole Gies. Auf der Suche nach Kaninchen-Nachwuchs hat das Team Kontakt zu Züchtern aufgenommen – und ist in Bockum-Hövel fündig geworden.

Der Kaninchenzuchtverein W 358 Hövel hat gleich mehrere seltene Rassen in seiner Zucht. So auch das Loh Kaninchen und die Perlfeh – zu denen die beiden Neuzugänge zählen. „Ich habe mich sehr gefreut, dass der Kontakt zustande gekommen ist. Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass die Kaninchen so selten sind. Ich sehe sie ja ständig“, sagt Züchter Rüdiger Hartung.

Neue Schilder zur Rassenbestimmung

Demnächst soll ein Infoschild die Merkmale der verschiedenen Rassen erklären. Denn eine wichtige Aufgabe des Tierparks als Arche-Zoo ist die Aufklärung. „Wir wollen den Besuchern und besonders den Kindern zeigen, wie viele verschiedenen Arten es gibt und wie unterschiedlich zum Beispiel Kaninchen aussehen können“, erklärt Gies.

Neben den Kaninchen beherbergt der Hammer Tierpark auch seltene Esel, Hühner, Ziegen und Gänse. Das Lippegans-Paar, das seit ein paar Jahren im Hammer Tierpark lebt, hat zum Beispiel nur noch 298 registrierte Verwandte weltweit.

Einschränkungen wegen Corona

Seit einem Monat ist der Tierpark jetzt wieder für Besucher geöffnet. Wegen der Hygienemaßnahmen dürfen aktuell allerdings nur 500 Menschengleichzeitig den Park betreten. Diese Grenze war an den vergangenen Wochenenden schnell erreicht. Am Pfingstwochenende sei der Park voll ausgelastet gewesen. Tickets können online gekauft werden. Zudem informiert der Tierpark auf seiner Facebook-Seite über den aktuellen Besucherstand.

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