Der "Macher" nimmt seinen Hut

Tierpark nach überraschender Kündigung vor Neustart

Kay Hartwich hat dem Hammer Tierpark den Rücken.
+
Kay Hartwich hat dem Hammer Tierpark den Rücken.

Der Hammer Tierpark steht  vor einem Neustart - zumindest personell. Der bisherige Geschäftsführer Kay Hartwich, unter dem die Besucherzahlen verdoppelt wurden, hat gekündigt. Hartwichs Nachfolger ist im Tierpark kein Unbekannter.

Hamm – Der Tierpark Hamm bekommt einen neuen Geschäftsführer. Sven Eiber wird zum 1. April den Tierpark leiten. Vorgänger Kay Hartwich hat gekündigt – nach einigen Unstimmigkeiten mit dem Aufsichtsrat, wie es heißt. Hartwichs Vertrag läuft offiziell noch bis zum 30. Juni. Dann wird er die Geschäftsführung an Sven Eiber übergeben. Der neue Chef wurde den Mitarbeitern bereits vorgestellt.

Eiber ist kein Unbekannter im Tierpark. Als Mitarbeiter im Immobilienmanagement der Stadt Hamm hat er den Bau des Mandrill-Geheges mitverantwortet. Es war Eibers erste Arbeit für den Tierpark und soll nicht seine letzte sein.

In den vergangenen Monaten war Eiber bereits in die Zukunftsplanung des Tierparks eingebunden und hat dort mit dem scheidenden Geschäftsführer eng zusammengearbeitet. „Dass er nun die Nachfolge antritt, ist eine logische Konsequenz“, sagte

Kay Hartwich (Zweiter von links) geht, Sven Eiber (rechts) kommt: Jörg Mösgen (links) und Thomas Hunsteger-Petermann erläuterten die Umstände der Tierpark-Personalentwicklung.

der Vorsitzende des Tierpark-Aufsichtsrates, Jörg Mösgen.

Offiziell gibt es viel Lob

Mit viel Lob wurde Kay Hartwich verabschiedet. Nachdem die Stadt den Park von der Lebenshilfe übernommen hatte, sei es Hartwich gewesen, der den Tierpark Hamm zu einer Marke entwickelt habe. Die Besucherzahlen seien unter seiner Führung verdoppelt worden und der Tierpark Hamm wieder als Bildungs- und Freizeiteinrichtung in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt.

Die Stadt bedauere die Kündigung. Auch OB Thomas Hunsteger-Petermann bedankte sich bei Hartwich. Der scheidende Tierpark-Chef habe zu einer Zeit Verantwortung für den Tierpark übernommen, als es um diesen nicht gut bestellt war. Vor sieben Jahren stand der Tierpark vor dem Aus. Hartwich habe als Geschäftsführer wichtige Impulse gesetzt.

Inoffiziell auch Kritik

Ganz so harmonisch wie die Stadtspitze zunächst versuchte, die Trennung mit Hartwich aussehen zu lassen, war sie offensichtlich allerdings nicht. Kurz vor Weihnachten muss es im Aufsichtsrat nach Informationen unserer Zeitung ordentlich gekracht haben. Grund waren dem Vernehmen nach  unter anderem der Wunsch von Hartwich nach bedeutend mehr Personal.

Im Rahmen dieser Sitzung wurde Hartwich zudem mit Zentralhallen-Geschäftsführer Dr. Alexander Tillmann ein kaufmännischer Berater zur Seite gestellt. Offiziell, damit sich Hartwich stärker um den Umbau des Tierparks kümmern kann. Aus dem Aufsichtsrat war allerdings zu hören, dass Tillmann eher als „Aufpasser“ gesehen wurde. Inzwischen ruht Tillmanns Engagement.

Da der neue Geschäftsführer keine kaufmännische Ausbildung besitzt, hat die Stadt eine neue Konstruktion gefunden: Künftig werden Buchhaltung und Personal über die Konzernsteuerung der Stadt Hamm abgewickelt.

Hartwich hält sich bedeckt

Hartwich machte deutlich, dass die aktuellen Rahmenbedingungen im Tierpark für ihn nicht mehr in allen Belangen passten. Mehr wolle er dazu nicht sagen. Er freue sich nun auf weitere Herausforderungen und wolle seinen Tatendrang im Management der Zoolandschaft einbringen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare