THTR Uentrop: Kügelchen sind nicht gefährlich

HAMM ▪ Bei den im Umfeld des Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktors (THTR) in Uentrop gefundenen Kügelchen handelt es sich nicht um radioaktive PAC-Kügelchen. Wie aus einem am Freitag von Umweltminister Johannes Remmel unterzeichneten Bericht der Landesregierung hervorgeht, bestehen die Kügelchen innen und außen im Wesentlichen aus Eisenoxid. „Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass von diesen Kügelchen auf Grund ihrer Zusammensetzung eine gesundheitliche Gefahr ausgeht“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt.

In Remmels Bericht heißt es, dass mittels Röntgenfluoreszensanalyse (RFA) neben Informationen aus der Hülle der Kügelchen auch das Kugelinnere erfasst wurde. Und: Zur Absicherung der Ergebnisse wurde ein Teil der Probe gemahlen und erneut mittels RFA untersucht. „Die Ergebnisse dieser Untersuchung bestätigen zweifelsfrei, dass die Kügelchen hauptsächlich aus Eisen bestehen, das wahrscheinlich in Form von Eisenoxid vorliegt.“

Die geometrische Form deutet, so Remmel weiter, auf einen industriellen Ursprung hin, wie zum Beispiel industrielle Hochtemperaturprozesse, Tätigkeiten wie Schweißen und Flexen oder Anwendung von Thermit.

Entwarnung gibt der Umweltminister auch für all jene, die sich grundsätzlich Sorgen wegen des stillgelegten Kernkraftwerks machen. So forderte die BI Umweltschutz eine Krebsstudie für Hamm – bislang erfolglos. Im Rahmen der Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen erfolgen, so Remmel, bis heute in der Nähe des THTR und an einem Referenzort (Kraftwerk Westfalen) aus zwei Stichproben pro Jahr regelmäßige radiologische Untersuchungen an Böden und Pflanzen. „Die Messungen geben keine Hinweise auf eine Emission radioaktiver Partikel aus dem THTR.“

Im Rahmen von „Jugend forscht“ hatte eine damals elfjährige Schülerin aus Scheidingen zahlreiche Kleinstkügelchen im THTR-Umkreis entdeckt. ▪ asc

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