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Thomas Prautsch stellt im Oberlandesgericht Hamm aus

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Das Prasseln des Feuers wird lebendig in den Bildern des Münsteraner Künstlers Thomas Prautsch (rechts), die jetzt im Oberlandesgericht ausgestellt sind. Zur Einführung sprach sein Bruder, der OLG-Richter Torsten Prautsch.
Das Prasseln des Feuers wird lebendig in den Bildern des Münsteraner Künstlers Thomas Prautsch (rechts), die jetzt im Oberlandesgericht ausgestellt sind. Zur Einführung sprach sein Bruder, der OLG-Richter Torsten Prautsch. © Wiemer

HAMM -  Flammen lodern im Oberlandesgericht – glücklicherweise begrenzt auf das gut quadratmeter große Format der Leinwände, die Thomas Prautsch dort zeigt. „Facettenreich“ heißt die Ausstellung, die am Mittwoch eröffnet wurde, deshalb, weil ganz unterschiedliche Werke des Münsteraner Künstlers zu sehen sind.

Von Gisbert Sander. Es ist nicht die voyeuristische Lust an der Katastrophe, die den Feuer-Zyklus kennzeichnen, sondern die künstlerische Lust an Licht und Schatten, an der Lebendigkeit des Feuers, die Prautsch mit dem pastösem Auftrag der Ölfarben lebhaft vermittelt. Fast scheint sich prasselnde Lagerfeuerromantik zu verbreiten. Dort, wo er die Flammen aber aus Häusern schlagen lässt, kommt das beklemmende Gefühl der Gefahr auf.

Licht und Schatten – dieses kreative Spiel im Einklang mit harmonischer Farbgebung kennzeichnet auch die Stadtansichten. Sie einzuordnen, fällt dem Betrachter schwer: „Man hat den Eindruck, ähnliche Gebäude schon einmal gesehen zu haben, auch wenn die Perspektive eine andere ist“, sagte OLG-Präsident Johannes Keders in seiner Begrüßung. Anders ist die Vogelperspektive, aus der Prautsch beispielsweise den kanalisierten Rhein, ein Einfamilienhaus, aber auch Ruhrgebiets-Architektur und Paris-Ansichten zeigt. Wie der durch abendliche Sonnenstrahlen „versöhnte“ Blick auf den Arc de Triomphe nach verregnetem Tag, von dem tiefhängende graue Wolken künden.

Egal, ob Feuer, (Stadt-)Landschaft, oder Wasser: Immer erschließt sich dem Betrachter das Motiv aus der Distanz; je mehr er sich dem Bild nähert, umso mehr lösen sich die Details in kunstvoll zusammengefügten Abstraktionen, im verschwimmenden Spiel des reliefartigen Farbauftrags auf.

Nach einem Grußwort von Bürgermeisterin Ulrike Wäsche und umrahmt von Kompositionen des Ahlener Komponisten Andreas Blechmann führte Torsten Prautsch, Richter am OLG, in das Werk seines Bruders ein. Nach Hinweisen zu Biografie und reger Ausstellungstätigkeit attestierte er ihm vor allem Experimentierfreudigkeit und eine genaue Beobachtungsgabe. Bewegung stehe im Vordergrund in seinen Bildern, die „nicht zu gegenständlich“ seien – es handele sich vielmehr um eine Art „unfertige Abbildung der Realität“. Die Faszination seiner Malerei liege nicht zuletzt darin, auf einer zweideimensionalen Fläche den Eindruck räumlicher Ereignisse zu vermitteln.

Die Ausstellung kann bis zum 9. Mai montags und dienstags von 7.30 bis 16 Uhr sowie mittwochs bis freitags von 7.30 bis 15.30 Uhr besichtigt werden.

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