Nachmieter für legendäre Buchhandlung Peters

Wo einst Buchklassiker standen, wird künftig massiert

Frische Gesichter und ein legendärer Name: In den Räumen der früheren Buchhandlung Peters wird künftig massiert.
+
Frische Farben unter dem legendären Namen: In den Räumen der früheren Buchhandlung Peters wird künftig massiert.

100 Jahre war die Buchhandlung Edmund Peters ein der Fels in der Hammer Handelsbrandung. Seit Mitte 2020 ist dieser Fels weg. Jetzt, neun Monate später, wird er zugunsten eines komplett anders ausgerichteten Mieters aufgebrochen, abgestaubt und aufpoliert.

Hamm - Seit die Fensterfront vor wenigen Tagen freigezogen wurde, ist klar: Auf die legendäre, aber schon lange verstaubte Buchhandlung Peters folgt ein Thaimassage-Angebot. Damit zieht aber kein zweites Geschäft dieser Art in die Oststraße, sondern ein vertrautes - denn der Name „Yuphas Nuad-Thai“ ist schon seit fast zehn Jahren an der Adresse Oststraße 48A zu finden.

Vermieter Marian Harling zeigt sich ganz begeistert von den Neumietern: Zunächst habe er ihren guten Ruf wahrgenommen, dann schnell selbst einen starken persönlichen Eindruck gewonnen, und längst freue er sich einfach auf den „frischen Wind“ an diesem Standort. Er betont die Seriösität, die Verlässlichkeit und besonders die passende Zukunftsperspektive der Vertragspartnerin, die ihr Angebot künftig an einem besseren Standort und auf deutlich größerer Fläche ausbreiten kann.

Gemeinsam mit Oleg Masch von Westhaus Immobilien habe er seit dem Auszug von Peters etliche Konzepte durchgespielt und Interessenten gescoutet, sagt Harling. Mit Blick auf die sich verändernde Geschäftswelt sollte es letztlich eher ein Dienstleister als ein Einzelhändler sein - überdies ein etablierter, der die historische Bedeutung des Gebäudes mit der Hausnummer 26 würdige. All das habe bei Saowanee Thanyarattanaphokhin gestimmt, daher habe sie den Zuschlag erhalten.

Von hier wird das Massagenteam schon bald weiter in Richtung Innenstadt ziehen.

Massagen statt Bücher in Hamm: Wann kann geöffnet werden?

Das einzige Fragezeichen steht derzeit hinter der Öffnungsperspektive. Auch wenn Harling seiner neuen Mieterin einen zeitnahen Neustart wünscht und die Umbauarbeiten sehr weit sind, lasse sich ein konkreter Starttermin noch nicht benennen. Zum einen brauche die Fertigstellung eines Bades für die Kunden noch ein paar Wochen, zum anderen stehe die nötige Genehmigung der Nutzungsänderung vom Buchhandel zu einem Massagesalon noch aus. Unabhängig von der weiter unklaren Entwicklung der Corona-Vorgaben hofft Harling, die beiden genannten Ziele in sechs bis acht Wochen erreicht zu haben.

Konkrete Zahlen nennt der Vermieter nicht, doch er spricht von „viel Arbeit“ und einer „großen Investition“ in ein Gebäude, das jahrelang Patina angesetzt hat. Wenn am Ende alles passt, würde sich Marian Harling einfach gern gemeinsam mit den Kunden und den Passanten darüber freuen, dem historischen Standort mit Frische und Wertschätzung zugleich gerecht geworden zu sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare