Thorsten W. arbeitete für die Polizei

Terrorprozess gegen Gruppe S.: Hammer (51) will aussagen

Prozess gegen Gruppe S.
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Mitglieder der Gruppe S. beim Prozessauftakt in Stuttgart. Unter ihnen ist auch Thorsten W. aus Hamm.

[Update] Im Hochsicherheitstrakt des OLG Stuttgart läuft Dienstag der Terrorprozess gegen die „Gruppe S.“. Die meisten der zwölf Angeklagten wollen schweigen - nicht aber der Polizei-Verwaltungsangestellte Thorsten W. aus Hamm.

Stuttgart/Hamm – Der Generalbundesanwalt wirft Thorsten W. die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien Mitte Februar 2020 1590 Euro aufgefunden worden. Das Geld sei laut Anklage für die Beschaffung von Schusswaffen, Munition und Handgranaten bestimmt gewesen.

Die meisten Angeklagten der „Gruppe S.“ (benannt nach ihrem mutmaßlichen Rädelsführer Werner S.,) ließen am Mittwochmorgen mitteilen, dass sie zu den Vorwürfen schweigen wollten. Aber es gibt zwei Angeklagte, die ankündigten, sich zu äußern. Der Angeklagte Thorsten W. soll am kommenden Dienstag vernommen werden - der 51-Jährige arbeitete als Angestellter in einem Verkehrskommissariat der Polizei Hamm. W. steht als Einziger nicht wegen der mutmaßlichen Mitgliedschaft einer rechtsterroristischen Vereinigung vor Gericht, sondern wegen der Unterstützung. 

Terrorprozess gegen Gruppe S.: Thorsten W. lange in U-Haft

Wie die anderen Mitangeklagten verfolgte Thorsten W. das Verlesen der gut 200 Seiten starken Anklageschrift abgeschottet hinter Panzerglas. Der 51-Jährige wurde am 14. Februar 2020 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er wird von zwei Strafverteidigern aus Karlsruhe und Heidelberg vertreten. Einer der Anwälte bezweifelte, dass die Angeklagten die geistigen und materiellen Fähigkeiten besäßen, „um die Staats- und Gesellschaftsordnung auch nur ernsthaft zu gefährden“.  

In Stuttgart-Stammheim fanden Mitte der 1970er Jahre die geschichtsträchtigen RAF-Prozesse statt. Das aktuelle Gerichtsgebäude im Schatten der JVA ist ein hochmoderner Neubau, der 2019 eröffnet wurde und die alte Mehrzweckhalle ablöste. Dort finden seitdem Staatsschutzverfahren statt. - fl/dpa

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