Hindu-Kulturzentrum vor Baustart: Oberbürgermeister mit klarer Ansage zum Tempelfest

Besichtigungstermin: Der Arnsberger Regierungspräsident Hans-Josef Vogel (mit blauem Jacket) besuchte gestern den Hindutempel in Uentrop.
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Besichtigungstermin: Der Arnsberger Regierungspräsident Hans-Josef Vogel (mit blauem Jacket) besuchte gestern den Hindutempel in Uentrop.

Die Hindu-Gemeinde in Uentrop plant noch in diesem Jahr den Baustart für das neue Kulturzentrum im Schatten des großen Tempels. Das teilte Architekt Heinz-Rainer Eichenhorst im Namen des Priesters Arumugam Paskaran mit.

Uentrop – Anlass war der Besuch des Arnsberger Regierungspräsidenten Hans-Josef Vogel. An diesem Treffen mit Besichtigung des Tempels nahm auch Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann teil.

Seit 2007 befindet sich das Kulturzentrum auf dem Grundstück neben dem Tempel in Planung. Doch die ausschließlich auf Spenden bauende Finanzierung gestaltete sich schwierig. Jetzt sei der Knoten durchschlagen und eine Einigung mit einer Bank erreicht worden, so der Architekt. Der Priester sei zuversichtlich, dass noch im Herbst der erste Spatenstich erfolgen könne. Geplant sei eine Begegnungsstätte mit einer Nutzfläche von rund 1400 Quadratmetern. Dieser Saal solle Platz bieten für gesellige Anlässe wie Hochzeiten und andere Gemeindeveranstaltungen.

Tempelfest wird nicht für Geldeinnahmen sorgen 

Dass ausgerechnet in dieser Zeit der Neubau auf den Weg gebracht werden kann, ist durchaus bemerkenswert. Denn auch die Hindugemeinde hat unter der Corona-Krise zu leiden. In 2020 gibt es kein Tempelfest. Das Großereignis, zu dem 20.000 bis 25.000 Gläubige aus ganz Europa nach Uentrop pilgern, hat der Gemeinde durch großzügige Spenden in den vergangenen Jahren Geld in die Kassen gespült. Im vergangenen Jahr strömten für das Jahresfest der Hindus auch viele Besucher nach Uentrop. Das Geld fehlt in diesem Jahr.

Einer vorsichtigen Anfrage des Priesters, ob ein kleineres Fest am Tempel stattfinden dürfe, erteilte der Oberbürgermeister eine klare Absage, „auch wenn es meine Überzeugung ist, dass die Hindu-Gemeinde eine absolute Bereicherung für unsere Stadt ist“, so Hunsteger-Petermann, „es wird aber mit Sicherheit keine Veranstaltungen mit hunderten und tausenden Besuchern in Hamm geben. Da können wir keine Ausnahme machen“, verwies er auf die aktuelle Lage rund um das Coronavirus. Über kleinere Veranstaltungen in der Gemeinde ließe er zu gegebener Zeit mit sich sprechen, so wie es auch in den anderen Religionsgemeinden der Stadt bereits möglich ist.

Willkommen: Regierungspräsident und Oberbürgermeister wurde auf traditionelle Art im Tempel begrüßt.

Hilfstopf für religiöse Bauwerke?

Auch der Regierungspräsident hatte auf Anhieb keinen Lösungsvorschlag für die Gemeinde, um kurzfristig an Geld zu kommen. Für religiöse Bauwerke gebe es ohnehin keine Fördermittel. Er wolle aber prüfen lassen, ob es ähnlich wie bei den Schützenvereinen eine Art Hilfstopf vom Land gebe, aus dem die Hindu-Gemeinde für ihre Einnahmenverluste in diesem Jahr Ausgleichszahlungen bekommen kann. Vogel zeigte sich ohnehin sehr interessiert und zudem angetan von der Arbeit in dieser Gemeinde.

Damit hatte Priester Paskaran eines seiner Ziele erreicht. Er hatte den Regierungspräsidenten eingeladen, um auf seine Glaubensgemeinschaft aufmerksam zu machen. Vogel dachte während des Treffens bereits laut darüber nach, eine Art Kooperation mit dem Schulen im Regierungsbezirk aufzubauen.

Durch Besichtigungen des Tempels könnte eine Menge Aufklärungsarbeit bei den Schülern geleistet werden und ein schöner Austausch entstehen. Tempelbesichtigungen waren bis zur Corona-Krise bereits gang und gäbe in Uentrop. Nun könne dies weiter über die Grenzen Hamms hinaus angeboten werden.

Sri-Kamadchi-Ampal-Tempelfest in Hamm 2018

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