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„Telekom“-Werber nerven an Haustüren - Passen Sie gut auf!

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Von: Ulrich Wille

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Glasfaserkabel dpa
Moderne Glasfaserkabel dienen den Betrügern oft als Lockmittel. © Sina Schuldt/dpa (Symbolbild)

Sie sind wortgewandt und hartnäckig, treten halbwegs seriös auf, geben sich als Mitarbeiter der Telekom aus und wollen letztlich Verträge für schnelles Internet anbieten - und das ganze an der Haustür. So geschehen in der vergangenen Woche in Westtünnen.

Hamm – „Die sind systematisch von Haustür zu Haustür gegangen“, sagt eine betroffene Anwohnerin der Holbeinstraße. Sie war sofort skeptisch, als die beiden jungen Männer an ihrer Haustür klingelten und in gut einstudierter Art und Weise immer wieder versuchten, ihr den Anschluss an einen Glasfaser-Knotenpunkt der Telekom schmackhaft zu machen. Die Frau lehnte das zwar immer wieder ab, doch die beiden Werber blieben hartnäckig. Zum Schluss versuchten sie den ultimativen Trick und wollte eine Unterschrift der Frau auf einem Tablet als Bestätigung für ihren Besuch. „Damit hätte ich dann wohl einen Vertrag unterschrieben“, vermutet die Westünnerin, die aber nicht unterschrieb.

Im Fachjargon nennt man diese Leute übrigens Ranger-Gruppen, früher auch mal als Drücker-Kolonnen bekannt. Sie werben als Fremdfirma für die Telekom Verträge ein. „Allerdings wird hier oft eine Leistung verkauft, die nicht geliefert werden kann“, sagt Martin Köster, Sprecher der Helinet in Hamm. Denn, ob tatsächlich Glasfaser bis ins Haus liege oder gelegt werde, das wüssten diese Werber nicht. Meistens sei nämlich nur ein Kupferkabel vom Knotenpunkt gelegt. Und damit sei das Internet nicht wirklich schnell. In Hamm berieten Stadtwerke und Helinet über den Glasfaseranschluss. „Aber bestimmt nicht an der Haustür“, sagt Köster. Die Initiative müsse vom Interessenten ausgehen.

Und auch die Polizei rät zur Vorsicht bei Haustürgeschäften. Unaufgeforderter (unbekannter) Besuch sollte niemals ins Haus gelassen werden, man sollte grundsätzlich nichts an der Haustür kaufen oder unterschreiben. „Und wer unsicher ist, sollte auf jeden Fall die Polizei rufen“, hieß es aus dem Polizeipräsidium. Das geschehe aber leider bei diesen Betrugsversuchen - und nichts anderes sei diese Masche – viel zu selten. Wer erst mal unterschrieben habe, könne zwar innerhalb von 14 Tagen von dem Vertrag zurücktreten. Aber meistens sei es schwierig diese Frist einzuhalten.

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