Breitbandausbau in Hamm

Turbo-Internet in „Weißen Flecken“ in Startlöchern

Tierisch gut: Auch in einigen ländlichen Bereichen Hamms wird es in Kürze schnelles Internet geben.
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Tierisch gut: Auch in einigen ländlichen Bereichen Hamms wird es in Kürze schnelles Internet geben.

Die ersten „Weißen Flecken“ in Hamm erhalten „in Kürze" schnelles Internet. Wir beantworten die wichtigsten Fragen

Was sind die „Weißen Flecken“?
Es handelt sich um – vor allem ländliche – Bereiche, bei denen die Datenübertragungsgeschwindigkeit nur maximal 30 MBit/s beträgt. Nur sie sind förderfähig. Insgesamt sind es in Hamm 3 500 Häuser sowie 275 Unternehmen, Schulen und andere Einrichtungen, die ans Glasfasernetz angeschlossen werden können. Diejenigen, die außerhalb der „Weißen Flecken“ liegen, haben keinen Anspruch auf eine Förderung.

Welche Bereiche in Hamm werden als erstes vom Ausbau profitieren?
Der erste Ausbauabschnitt umfasst den gesamten Stadtbezirk Herringen und den Hammer Westen sowie den Stadtbezirk Pelkum bis zur Bahnstrecke Hamm – Dortmund. Die Selmigerheide, Weetfeld und Lohauserholz gehören zum zweiten Ausbauabschnitt, wo aktuell die Kabel verlegt werden.

Wie ist der Stand der Bauarbeiten?
Nach Angaben der Stadtwerke sind die Tiefbauarbeiten im ersten Ausbauabschnitt „so gut wie abgeschlossen“. Es müssten lediglich noch drei Bahnkreuzungen unterquert und einige Hausanschlüsse verlegt werden. Insgesamt wurden hier seit Anfang des Jahres rund 70 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Im zweiten Ausbauabschnitt – Selmigerheide, Weetfeld und Lohauserholz, Teile der Innenstadt sowie der nördlich der A 2 gelegene Bereich des Stadtbezirks Rhynern – wurden nach Angaben der Stadtwerke auch schon rund 50 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

Wie soll die Aufschaltung ablaufen? Nach Angaben von Martin Köster von der Helinet werden zunächst einige Testanschlüsse aufgeschaltet. „Wir müssen sehen, ob alles wie gewünscht funktioniert und das Netz stabil ist“, sagt er. Gegebenenfalls müsse man an der einen oder anderen Stelle nachjustieren. Danach werden die Bestandskunden und schließlich diejenigen, die noch bei anderen Anbietern unter Vertrag sind und die zur Helinet wechseln wollen, aufgeschaltet.

Wie hoch ist die Versorgungsquote?
In den „Weißen Flecken“ des ersten Ausbauabschnitts wurden 83 Prozent aller Häuser angeschlossen. „Das ist ein sensationeller Wert“, so Köster. In anderen Bereichen wie beispielsweise in Dolberg habe man gerade einmal 40 Prozent erreicht. Insgesamt wurden in den vergangenen Monaten 900 Haushalte angeschlossen.

Welche Angebote hält die Helinet vor?
Bestands- und Neukunden können zwischen 50, 100, 200, 400 und bis zu 1000 MBit pro Sekunde wählen.

Was kostet der Breitbandausbau in Hamm?
Es fließen 36,4 Millionen Euro Förderung von Bund und Land nach Hamm, die die Stadt an die Bietergemeinschaft aus Stadtwerken und Helinet weiterreicht.

Was ist mit Bürgern aus den „Weißen Flecken“ in Pelkum und Herringen, die noch keinen Hausanschluss haben und die ihn gerne haben möchten?
Sie müssen sich gedulden. Eine Förderung sei jetzt, so Köster, nicht mehr möglich. Er gehe aber davon aus, dass nach Abschluss des ersten Förderpakets weitere Förderprogramme aufgelegt werden. Denn: „Glasfaser ist das Netz der Zukunft.“

Wie geht es weiter?
Im zweiten Ausbauabschnitt sind die Tiefbauarbeiten bereits angelaufen. Weiter geht es dann gegen den Uhrzeigersinn. Letzter Ausbaubereich ist Bockum-Hövel. Laut Köster ist es das Ziel, dass die letzten Kabel bis Ende 2021 verlegt sind. Als Folge der Corona-Pandemie könne es allerdings noch zu Verzögerungen kommen.

Was müssen Bürger aus „Weißen Flecken“ tun?
Jeder, der einen kostenlosen Glasfaseranschluss wünscht, muss dafür den unterzeichneten Grundstücksnutzungsvertrag abgeben. Dieser berechtigt die Bietergemeinschaft, die erforderlichen Baumaßnahmen auf den Grundstücken durchzuführen – auch wenn er nicht sofort einen Anschluss haben will. Für alle Anschlussorte in den geförderten Bereichen ist die Bereitstellung der Infrastruktur bis zum Haus kostenlos. Im Verfügbarkeits-check auf der Internetseite der Helinet kann genau eingesehen werden, wer zu den „Weißen Flecken“ gehört.

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