Nächste Techno-Party in Heessen im April?

Techno-Bässe gehen nicht nur in den Bauch, sondern auch auf die Nerven

Bässe, mehr Bässe, Techno: Die nächste Techno-Party in der Alfred-Fischer-Halle kommt bestimmt.
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Bässe, mehr Bässe, Techno: Die nächste Techno-Party in der Alfred-Fischer-Halle kommt bestimmt.

Erstmals fand Anfang Dezember eine Techno-Party in der Alfred-Fischer-Halle statt – mit doppelt durchschlagendem Erfolg.

Heessen – Die Halle war voll von Samstagabend bis zum Sonntagmorgen, und eine Reihe von Anwohnern beschwerten sich über die lauten Bässe. Jetzt könnte die nächste Techno-Party Anfang April stattfinden. Hat sich etwas geändert?

Zunächst einmal: Die Party im Dezember war komplett genehmigt, die Aufhebung der Sperrstunde zwischen 5 Uhr und 6 Uhr inklusive. Auf diese Feststellung legt Ahmet Sisman vom Essener Veranstalter Booker Studio großen Wert. Ein Sprecher der Stadt hatte das im Dezember bestätigt.

Allerdings: Der Sprecher der Stadt hat nach der Party offenbar Unterschiede in der Musik ausgemacht. Normale Rock- und Popmusik sei offenbar in der Alfred-Fischer-Halle gut aufgehoben, in den vergangenen 15 Jahren habe es praktisch keine Beschwerden gegeben. Bei basslastigen Rhythmen sehe das offenbar anders aus: „Bässe einzusperren, ist weitaus schwieriger.“ Denn je tiefer der Ton, desto weiter werde er in der Luft übertragen. Und: Auch Baukörper könnten die Bässe weiterleiten. Die Stadt wolle aus dieser ersten Techno-Party lernen und konkrete Grenzwerte festlegen.

Deutlich unterm Staubsauer

Und die könnten so aussehen: Der Lautstärke-Grenzwert bei der nächsten Wohnbebauung – das ist Am Hämmschen – liegt nach Angaben des Sprechers bei durchschnittlich 40 Dezibel nachts, die maximale Lautstärke im einzelnen Spitzenwert bei 50 Dezibel.

„40 Dezibel sind vergleichbar mit sehr leiser Musik oder leisem Gespräch“, so der Stadtsprecher, „zum Vergleich: Ein Staubsauger wird bei 70 Dezibel eingeordnet, ein normales Gespräch bei 65 Dezibel.“ Und es hieß, dass im Rahmen der Messung auch ein besonderer Grenzwert für tieffrequente Töne, also den Bass, festgelegt werde.

… wo Menschen wohnen

Diese Grenzwerte bestätigt der Veranstalter. „Wir haben mit der Stadt vereinbart, dass wir Messungen dort durchführen, wo Menschen wohnen“, sagt Sisman. Das heißt: Booker Studio misst die Dezibelzahl vor und während der Veranstaltung nahe der Häuser am Hämmschen.

Sisman ist sich ziemlich sicher, dass die Grenzwerte eingehalten würden, denn die Häuser am Hämmschen lägen doch recht weit entfernt von der Fischer-Halle. „Gesetzlich werden die Open-Air-Grenzwerte herangezogen“, sagt Sisman, „aber es ist ja rein physikalisch unmöglich, dass diese Werte aus einem Gebäude noch an den entfernten Wohngebieten ankommen.“

Messpunkte Am Hämmschen

Konkret messen die Veranstalter Am Hämmschen, Hausnummern 17 bis 78, und im Schladewinkel, Hausnummern 1 bis 6. Die Straße „Im Schladewinkel“ geht vom Hämmschen ab und führt an die Rückseite des Amtes für Soziale Integration. Allerdings ist es noch nicht sicher, dass diese Messungen im April durchgeführt werden.

Kurzfristig teilte der Veranstalter mit, dass die Techno-Party aus organisatorischen Gründen mit dem „Kollaborationspartner Boiler Room“ auf Ende des Jahres verschoben werden könnte.

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