Tausende Helfer bei Aktion Saubermann

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Zahlreiche der markanten orangenen Säcke kamen auch am Jugendzentrum Rhynern zusammmen.

Hamm - Küche, Couch, Tische, Stühle, Matratzen und Mikrowellen: Mit dem, was die fleißigen Helfer bei der Aktion Saubermann in den Hammer Stadtbezirken gefunden haben, könnte man eine ganze Wohnung einrichten.

Dass Sperrmüll, alte Reifen und viel anderer Unrat achtlos in der Natur weggeworfen wird, ärgerte die Helfer und löste immer wieder Unverständnis aus. Schön an der Aktion am Freitag mit tausenden Schülern und Kitakindern sowie am Samstag mit Vereinen, Gruppen, Stammtischen und weiteren Ehrenamtlern war, dass sie sich nicht vom schlechten Wetter abhalten ließen. Was in den Bezirken los war, zeigt der WA hier in einer kleinen Übersicht: 

Rhynern:

Zwischen 500 und 600 der orangenen Säcke sind im Stadtbezirk Rhynern herausgegeben und zum großen Teil auch befüllt worden. „Auch wenn das Wetter wenig einladend und motivierend war, haben am Samstag fast alle Gruppen mitgemacht“, sagt Rhynerns Bürgeramtsleiter Ralf Jägermann und zeigt sich „positiv erstaunt“. Insgesamt seien es weit über 1.000 Helfer gewesen, die im weitläufigen Gebiet des Bezirks unterwegs waren – darunter auch gut 900 Schüler am Freitag. Nach einer Pause war auch die Hellwegschule wieder dabei. Ansonsten machten aber auch die Schützenvereine, Dorfgemeinschaften und viele Jugendgruppen, um nur einige zu nennen, mit. Neben „normalem“ Müll sammelten die Helfer Stühle ein und sogar ein im Graben liegendes Sparschwein mit Münzen. 

Frühjahrsputz 2019 in Hamm

Uentrop: 

„Teilweise war es weniger Zeug, aber trotzdem noch zu viel“, sagt Uentrops Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch, nachdem sich am Freitag die Schüler und Kindergartenkinder sowie am Samstag die anderen der 1.750 Teilnehmer an der Aktion beteiligten. „Trotz des schlechten Wetters ist die Zahl der Beteiligten gegenüber des Vorjahres etwa gleichgeblieben“, freut sich Pförtzsch über das Engagement trotz viel Wind und Regen. Was ihn und die freiwilligen Sammler ärgerte: Neben Matratzen, einem Treckerrad, Liegestühlen und Campingtischen seien auch haufenweise kleine Schnapsflaschen und in Gräben geworfene volle Hundekotbeutel gefunden worden. Dem Bezirksvorsteher fiel noch etwas auf: Vom Rassegeflügelzuchtverein Mark beteiligten sich zwei über 80-Jährige, die mit gutem Vorbild vorangehen wollten. Andererseits seien aber auch – etwa von der Jugendfeuerwehr Mark – viele Kinder und Jugendliche dabei gewesen. „Jung und Alt machen gemeinsam mit“, lautete Pförtzschs Fazit.

Herringen:

Sitzgelegenheiten in der freien Natur sind eigentlich etwas Schönes. Dass jedoch eine alte Couch an der Zechenbahntrasse gefunden wurde, fanden die freiwilligen Helfer alles andere als toll. Auch alte Reifen, weitere große Gegenstände und dutzende kleine Schnapsflaschen seien zusätzlich zum anderen Unrat zusammengekommen, berichtet Herringens Bürgeramtsleiter Paul Siemes. Zu den fleißigen Helfern gehörten unter anderem Teilnehmer und Betreuer des DRK-Treffs an der Kurt-Schumacher-Straße, der mit besonders vielen jungen Leuten und auch Kindern sowie Migranten vertreten war. Etwa in der Herringer Heide oder auch in der Randsiedlung – dort war die Siedlergemeinschaft aktiv – wurde gesäubert. „Viele waren gut ausgerüstet mit Gummistiefeln und Regenkleidung“, sagt Siemes, der sich über den Einsatz hunderter wetterfester Helfer freute. Einige Gruppen und Schulen verschoben die Aktion auf nächste Woche.

Bockum-Hövel:

Auf etwa 400 prall gefüllte Müllsäcke schätzt Bockum-Hövels Bürgeramtsleiter Peter Kiffe das, was bei der Aktion zusammenkam. Zudem wurden Koffer, eine Matratze und eine Mikrowelle gefunden. „Auch die Halde wurde gesäubert“, so Kiffe, der das Engagement der neun Gruppen am Samstag – einige wollen die Aktion nächste Woche nachholen – sowie der über 2 000 Kinder und Jugendlichen am Freitag in den Schulen und Kitas ausdrücklich lobte. „Das ist trotz des schlechten Wetters super“, sagt er. Dass erstmals so viele Kinder mitmachten, freute ihn besonders. „Da merkt man, dass die Aktion nachhaltig etwas bewirkt“, sagt er im Hinblick darauf, dass sie schließlich etwas dabei lernen würden. 

Heessen: 

Bis auf den Waldverein, der die Aufräumaktion im Heessener Wald aufgrund des Sturms um eine Woche verschob, zeigten sich auch in Heessen die insgesamt 1.270 Teilnehmer – darunter gut 1.100 Schüler – wetterfest. „Wir haben viele kaputte, aber auch heile Einkaufswagen gefunden, aber auch ein ausrangiertes Kinderfahrzeug und eine Küche waren dabei“, berichtet Bürgeramtsleiterin Julia Krampe-Reinermann. Auch ansonsten sei viel Unrat zusammengekommen, sodass überall in Heessen volle Frühjahrsputz-Säcke an den Straßen standen. Allein etwa 40 seien am Lippeufer zusammengekommen, nachdem der Ruderclub dort sauber machte. Übrigens: Dass sie überall Schachteln und Tüten von Fastfoodketten fanden, ärgerte vor allem die Kinder. „So sensibilisieren wir sie, selbst darauf zu achten, dass Müll im Mülleimer landet“, sagt Krampe-Reinermann dazu.

Pelkum: 

Insgesamt 930 Helfer und 23 Gruppen waren für die Aktion Saubermann in Pelkum angemeldet, freut sich Bürgeramtsleiter Thomas Filthaut. Viele Vereine, aber auch Familien und Einzelpersonen beteiligten sich, und auch eine syrische Flüchtlingsfamilie hat einen Bereich an der Kamener Straße gereinigt. Die größten Gruppen stellten in diesem Jahr wieder die Geistschule und die Delpschule, die rund um ihre Einrichtungen aktiv waren. „Jeder Ortsteil in Pelkum ist vertreten“, sagt der Bürgeramtsleiter. Eine gemeinsame Abschlussveranstaltung mit Essen gab es in Pelkum – anders als in den meisten anderen Bezirken – übrigens nicht. Dafür sei der Bezirk einfach zu weitläufig, so Filthaut.

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