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Tausend Liter Heizöl pro Tag, kaum Besucher: Trotzdem keine Diskussion um Freibad-Öffnung in Hamm

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Von: Frank Lahme

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Freie Bahn: Am 2. Mai begann die Hammer Freibadsaison, die Besucherströme blieben aus. (Archivbild)
Freie Bahn: Am 2. Mai begann die Hammer Freibadsaison, die Besucherströme blieben aus. (Archivbild) © © Andreas Rother

Egal ob Öl, Gas oder Strom: Seit in der Ukraine Krieg herrscht und die Preise explodieren, ist das Thema Energiesparen bei so ziemlich jedem angekommen. Die Frage, ob es sinnvoll und angesichts der prekären Weltlage angemessen ist, am 2. Mai gleich beide Freibäder in Hamm zu öffnen, wurde nicht gestellt und erst recht nicht diskutiert.

Hamm – Deutlich länger als die zweieinhalb Monate, die der russische Feldzug nun andauert, reifen im Rathaus die Pläne, Hamm zur klimaneutralen Stadt zu machen. Mit der Kommunalwahl 2020 wurde deshalb ein Klimadezernat geschaffen und jüngst auch eine Klima-Agentur gegründet. Auch das hat nicht dazu geführt, dass über Einschränkungen beim Freibad-Besuch nachgedacht wurde. (Sonderressort „Hamm und der Ukraine-Krieg“: hier klicken, aktuelle Artikel zum Krieg: hier klicken.)

Wassertemperatur absenken? Dann kämen keine Gäste

Zwar erwägten die Stadtwerke (wie alle Badbetreiber in NRW und dem Bund auch), ob die Außenbecken nicht auf weniger als die üblichen 24 Grad Celsius aufgeheizt werden sollten. Das erledigte sich aber schnell. Dann könne man auch ganz zumachen, weil nämlich keine Besucher kämen, erklärte das Unternehmen.

Knapp zwei Wochen sind die Bäder nun geöffnet, und die Besucher sind trotzdem größtenteils zu Hause geblieben. Kein Wunder, denn seit dem 2. Mai kletterte das Thermometer in Hamm lediglich einmal (11. Mai) auf mehr als 25 Grad. Erst nach Schönwetterphasen von mehreren Tagen mit mehr als 25 Grad setzt bei den Hammer erfahrungsgemäß die Lust ein, die Badehose einzupacken.

All der Aufwand für 56 Besucher am Tag

So waren es mal 63 Besucher, mal 43, mal 49 und mal 79, die sich in der ersten Saisonwoche ins Freibad im Selbachpark verirrten. Das gaben die Stadtwerke auf WA-Nachfrage bekannt. 393 Freibadgänger wurden an den ersten sieben Öffnungstagen in Pelkum gezählt – durchschnittlich 56 am Tag.

Tausend Liter Heizöl gingen dafür täglich durch den Pelkumer Freibadofen. Das Wasser wurde schließlich auch bei 8 Grad Außentemperatur auf besagte 24 Grad aufgeheizt. 1.000 Liter Heizöl kosteten am Freitag rund 1.300 Euro netto. Das Öl, das in Pelkum verheizt wurde, stamme allerdings noch aus dem vergangenen Jahr und sei entsprechend günstiger gewesen, hieß es von den Stadtwerken.

Südbad (etwas) besser besucht

Ins Südbad in Berge kamen mehr Besucher – 1.173 in den ersten sieben Tagen, 168 im Schnitt pro Tag. Dort wird mit Gas geheizt, die Kosten würden erst am Monatsende feststehen, so die Stadtwerke. Ferner gebe es eine Solaranlage, mit der die Beckenheizung betrieben werde. Grundsätzlich sei zudem zu bedenken, dass mit den nun wärmeren (Nacht-)Temperaturen auch die Heizkosten niedriger würden – sowohl in Berge als auch in Pelkum.

Dass in Hamm beide Bäder gleichzeitig öffnen, geht übrigens allein auf eine Resolution, die 2018 in der Bezirksvertretung Pelkum verabschiedet wurde, zurück.

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