Täter muss nach brutalem Kioskraub lange ins Gefängnis

Mit einer hohen Freiheitsstrafe ist am Dortmunder Landgericht der Prozess um den bewaffneten Raubüberfall auf einen Kiosk am St.-Georgs-Platz im Hammer Osten zu Ende gegangen.

Hamm/Dortmund – Wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung wurde der 46-jährige Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Gericht ging damit im Strafmaß deutlich über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und drei Monaten beantragt hatte.

Nach mehrmonatiger Beweisaufnahme gilt der Hammer als überführt, zusammen mit einem Komplizen am 12. Juli 2019 den Kiosk überfallen und unter vorgehaltener defekter Gaspistole rund 200 Euro erbeutet zu haben.

Der jetzt Verurteilte hatte erst am Ladeneingang Schmiere gestanden, war dann aber seinem Mittäter zu Hilfe geeilt und hatte mit einem Schlagstock auf den Inhaber eingeschlagen. Der Mittäter konnte als Zeuge vor Gericht nicht gehört werden – der Inhaber hatte in Notwehr so massiv mit einem Baseballschläger auf den Kopf des Mannes eingeschlagen, dass dieser zeitlebens ein Pflegefall mit schweren Hirnschäden bleiben wird.

Raubüberfall auf Kiosk: Angeklagter massiv vorbestraft

Der massiv vorbestrafte Angeklagte hatte noch zum Ende der Beweisaufnahme den schweren Raub vehement bestritten. In dem Indizienprozess wurde er aber unter anderem durch ein anthropologisches Gutachten belastet, das Statur und Bewegungsverhalten des Angeklagten mit Aufnahmen des maskierten Täters verglichen und viele Übereinstimmungen festgestellt hatte.

Verteidiger Karsten Possemeyer hatte Freispruch für seinen Mandanten gefordert, er sagte, es blieben letztlich zu viele Zweifel an seiner Täterschaft. Einen Großteil seiner Haftstrafe wird der Verurteilte in Form einer Langzeitdrogentherapie in einer geschlossenen Einrichtung ableisten. Er ist seit Jahren drogensüchtig und ist immer wieder straffällig geworden, um die Sucht zu finanzieren.

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