Polizei geht von Brandstiftung aus

Szenetreff in Pelkum abgebrannt: Schuldige und Lösung gesucht

Der abgebrannte Pavillon am Donnerstag.
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Der abgebrannte Pavillon am Donnerstag.

Der Holzpavillon im Schulzenpark ist am helllichten Tag durch einen Brand vollständig zerstört worden. Spekulationen, wer den Unterstand für den Szenetreff angezündet haben könnte, machen die Runde. Sicher ist: Er entzündete sich nicht von allein. Wie geht es jetzt weiter?

Pelkum - Waren es Hasser des Treffs? Waren es die Leute des Szenetreffs selbst? Oder waren es – wie leider so oft in letzter Zeit – Vandalen, die sinnlos ihr Mütchen kühlen mussten? Brandstiftung war wohl auf jeden Fall, der Pavillon brannte bis auf die Grundmauern nieder. Eine weggeworfene Zigarette habe den Brand sicherlich nicht ausgelöst, hieß es von der Polizei am Freitag. Die Polizei ermitteltin alle Richtungen.

Ein Autofahrer auf der Kamener Straße hatte den brennenden Unterstand am Mittwoch gegen 15.45 Uhr bemerkt und informierte daraufhin Feuerwehr und Polizei. Nachdem die Feuerwehr den Brand gelöscht hatte, entfernte sie tragende Balken mit einer Motorsäge, um weitere Gefährdungen auszuschließen. Damit war es um den Holzpavillon dann auch komplett geschehen. Es entstand ein Sachschaden von etwa 3000 Euro.

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der Pavillon vorsätzlich in Brand gesetzt wurde Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Zeugen können sich bei der Polizei unter der Telefonnummer 02381/916-0 oder hinweise.hamm@polizei.nrw.de melden.

Szenetreff in Pelkum abgebrannt: Bezirksbürgermeister handelt

Bezirksbürgermeister Axel Püttner (SPD) kann nur mit dem Kopf schütteln. Dennoch handelte er umgehend. „Ich habe jetzt erst einmal mit der Stadt vereinbart, dass das verbrannte Material abtransportiert und entsorgt wird. Dann sollen zumindest provisorisch ein paar Sitzgelegenheiten aufgestellt werden.“

Dass die Szene-Leute ihren eigenen Treffpunkt angezündet haben sollen, glaubt Püttner nicht. Es sei in den vergangenen Jahren eigentlich auch immer ruhig gewesen an dem Treffpunkt im Schulzenpark.

Ursprünglich hätten sich die Leute mal am Pelkumer Platz getroffen. Doch da habe es regelmäßig Ärger wegen des Lärms und Drecks gegeben, so dass die Bezirkspolitiker der Idee des damaligen Bezirksvorstehers Heinrich Engel (CDU) folgten und Anfang der 2000er-Jahre nach einem anderen Treffpunkt für die Szene gesucht habe. Nach kontrovers geführten Diskussion über verschiedene Örtlichkeiten im Bezirk habe sich eine Mehrheit 2005 letztlich für den Schulzenpark ausgesprochen, erklärt Püttner. Dass damit auch nicht alle Anwohner und andere Pelkumer besonders glücklich gewesen seien, sei klar. Allein schon wegen der Nähe zu einem Kinderspielplatz im Park.

Szenetreff in Pelkum abgebrannt: Treffpunkt eigentlich bewährt

Dennoch habe sich der Treffpunkt eigentlich bewährt. Er sei von den Szene-Leuten angenommen worden. Es habe auch kaum Auffälligkeiten gegeben. Schließlich sei dafür gesorgt worden, dass auch soziale Kontrolle vorhanden ist, und auch der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Stadt mache regelmäßig Kontrollen, sagt der Bezirksbürgermeister. „Im Ergebnis ist der Szenetreff eher positiv zu bewerten“, sagt er.

Zuletzt gab es 2018 nochmal eine Diskussion, weil der den Treff umgebende Zaun in einem desolaten Zustand war und damit die gewollte Trennung zum restlichen Park nicht mehr gegeben war. Das wurde dann entsprechend auch umgesetzt. So wurde ein berankter Stabgitterzaun aufgestellt, einige Felder des Pavillons wurden geschlossen (mehr Sichtschutz), eine Teilfläche wurde asphaltiert - und vor allem: die Toilette wurde häufiger als zuvor entleert.

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