Wenn Sex krank macht...

Geschlechtskrankheiten in Hamm auf hohem Niveau - Kasse schlägt Alarm

Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion.
+
Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und behandelt werden, mahnt die AOK. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion.

Die Zahl der Menschen, die wegen Geschlechtskrankheiten in Hamm behandelt werden müssen, stagniert - aber auf einem hohen Niveau. Das berichtet eine große Krankenkasse, die damit die ihr bekannten Fälle hochrechnet.

Hamm - Im vergangenen Jahr waren allein bei den Versicherten der AOK Nordwest 350 Fälle zu verzeichnen (2018: 352 Fälle). Das teilte die Krankenkasse auf Basis der jüngsten Auswertung mit. Dabei liegt der Anteil der betroffenen Männer mit 50,6 Prozent höher als der der Frauen mit 49,4 Prozent.

Am häufigsten wurden anogenitale (venerische) Warzen diagnostiziert, gefolgt von akuter Virushepatitis B, Herpes Simplex, Syphilis und Chlamydien. Zu den häufigsten Anzeichen gehören Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden sowie Unterbauchschmerzen.

„Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen“, wird AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock in einer Mitteilung zitiert. Beispielsweise könne eine Chlamydien-Infektion die Ursache für Unfruchtbarkeit sein, Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion Aids.

Geschlechtskrankheiten in Hamm: Informieren ist extrem wichtig

Zur Prävention der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten sei es daher wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren, mahnt Kock. Und weiter: „Kondome bieten einen guten Schutz vor einer Infektion. Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.“ Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöhe das Risiko einer Infektion.

„Oft verursachen sexuell übertragbare Krankheiten keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt. Doch wenn Geschlechtskrankheiten frühzeitig erkannt werden, lassen sie sich in der Regel gut behandeln und sind in den meisten Fällen auch heilbar. Deshalb sollte bei Verdacht auf eine Geschlechtserkrankung auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden“, sagt Kock.

Geschlechtskrankheiten in Hamm: Thema keine reine Frauensache

Ursache für die am häufigsten diagnostizierte Geschlechtskrankheit der anogenitalen (venerischen) Warzen (Feigwarzen) sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen. Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs verursachen.

Doch das Thema ist damit keine reine Frauensache. Auch viele Jungen sind laut AOK damit infiziert. Deshalb können sie nicht nur den Erreger übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Daher gilt die Impfempfehlung gegen die HP-Viren der Ständigen Impfkommission (STIKO) sowohl für Mädchen als auch auf Jungen.

In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal in einem Abstand von sechs Monaten mit einer Spritze geimpft. Die Impfung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 17 Jahren übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenversichertenkarte. - WA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare