Farbenfrohe Exoten: Sven Paschen aus Hamm züchtet Pfeilgiftfrösche

Außergewöhnliches Hobby: Sven Paschen züchtet Pfeilgiftfrösche, die aber in Gefangenschaft harmlos sind.
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Außergewöhnliches Hobby: Sven Paschen züchtet Pfeilgiftfrösche, die aber in Gefangenschaft harmlos sind.

Sie leuchten in den schillerndsten Farben, stammen aus Süd- und Mittelamerika und fühlen sich in Uentrop pudelwohl: Die Rede ist von Pfeilgiftfröschen, die der 35-jährige Sven Paschen mit Leidenschaft züchtet.

Uentrop – Rund 40 dieser außergewöhnlichen Tiere hat er paar- und gruppenweise in seinen 17 Terrarien untergebracht. Inzwischen hat Paschen nicht nur ein enges Netzwerk mit Gleichgesinnten quer durch die Republik, er hat auch den „Frosch-Stammtisch Hamm und Umgebung“ gegründet, zu dessen Treffen regelmäßig rund 20 Interessierte aus Hamm, dem Sauerland, Ahlen, Werl und Gütersloh kommen.

„Dabei bin ich über Umwege an die Pfeilgiftfrösche gekommen“, sagt Paschen, der im Hauptberuf bei der Kassenärztlichen Vereinigung arbeitet. Im Grundschulalter hatte er sein erstes Aquarium bekommen, dann folgten Bartagame und schließlich Geckos.

Über die Geckos lernte er schließlich die Faszination der Pfeilgiftfrösche und später den Frosch-Stammtisch Hiddenhausen kennen. „Die Pfeilgiftfrösche sind sehr zeigefreudig und beeindrucken mit ihrer intensiven Farbe“, erklärt der Züchter. Durch den Stammtisch, das Internet und mit Hilfe weiterer erfahrener Kollegen eignete er sich das nötige Wissen an.

Anspruchsvolle Frösche

Dabei gibt es bei den Pfeilgiftfröschen einiges zu beachten: Da sie dem Washingtoner Artenschutzabkommen unterliegen, sind die Tiere meldepflichtig. „Deshalb waren auch schon das Umweltamt und die zuständige Veterinärin bei mir vor Ort und haben die Einhaltung aller Vorschriften kontrolliert“, so Paschen.

Zudem sind die Tiere auch anspruchsvoll und unterschiedlich in ihren Bedürfnissen. „Das Mikroklima ist wichtig, Wärme, Feuchtigkeit und die richtige Ausstattung des Terrariums müssen passen“, erklärt Paschen. Auch wenn die Nachzuchten, im Gegensatz zu ihren in der Natur lebenden Artgenossen, kein Gift produzieren, so ist die Nachzucht wichtig zur Arterhaltung. Um alles so optimal wie möglich zu gestalten, züchtet er selbst die Futtertiere, wie flugunfähige Fruchtfliegen, verschiedene Blattlausarten, weiße Asseln und Springschwänze, zuhause.

Farbenfroh: Pfeilgiftfrösche schillern in allen möglichen Farben.

Der Frosch-Stammtisch Hamm und Umgebung

Nachdem er mitarbeitete, um den Hiddenhausener Stammtisch wieder richtig aufleben zu lassen, hatte er auch das Ziel, solch ein Angebot in Hamm zu machen. „Dazu habe ich in Kleinanzeigen und Fachforen gestöbert, die Leute angeschrieben und mich gefreut, wenn die Leute Interesse daran haben, sich zu treffen und auszutauschen“, so Paschen.

Der Kontakt zu auswärtigen Züchtern wird von ihm auch gerne im Rahmen der Terraristika gepflegt. „Das ist eben eine Messe mit überregionaler Strahlkraft, zu der alle gerne hingehen“, sagt der Züchter. In diesem Jahr hatte er auch den „Frosch-Tag“ in Hiddenhausen mit vorbereitet, doch Corona-bedingt konnten der nicht stattfinden. Ein virtueller Ersatz in Corona-Zeiten war dann ein online-Stammtisch: Dabei berichtete ein befreundeter Biologie-Lehrer aus Hannover über seine Exkursionen in Kolumbien.

Paschen will Wissen vermitteln

„Meine Profession ist es, die Fachkunde und Leidenschaft für diese Tiere zu verbreiten“, sagt Paschen. Dazu hat er, neben den Stammtischen, vor zwei Jahren auch eine eigene Internetseite eingerichtet, hier vermittelt er jede Menge Know-how und freut sich, wenn er helfen kann.

„Vor einiger Zeit rief mich eine Frau an, die selbst gerade mit dem Hobby begann, sich auf seiner Seite orientierte und feststellte, dass sie völlig falsch beraten wurde. „Da habe ich ihr geholfen, das Terrarium richtig einzurichten, ein paar Tipps gegeben und nun ist sie ein aktives Mitglied des Stammtischs“, freut sich der Züchter. Da die Forschung auch immer neue Erkenntnisse liefert, werde das Hobby auch nie langweilig, so Paschen.

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