Drei Nüsse für Aschenbrödel: Fantreffen auf Schloss Oberwerries

Fast wie im Film: Kulisse und Kostüme beim Fan-Treffen zu „Drei Nüsse für Aschenbrödel“.

HAMM ▪ Aschenbrödel trägt ein hinreißendes Ballkleid mit Schleppe, aber die Tanzschuhe sind eine Nummer zu klein und drücken gerade grässlich am kleinen Zeh. Sie ist nicht die Richtige, möchte es auch gar nicht sein, denn sie liebt das Original. Es ist die Kostüm-Party für 60 Fans des tschechisch-deutschen Märchenfilms „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ (1973) auf Schloss Oberwerries.

Von Miriam Sahli

Die Idee für diese Party hatte Kathrin Miebach vor etwa zehn Jahren. „Das Allerbeste im Film ist für mich die Ballszene, die wollte ich unbedingt einmal selbst erleben“, erzählt sie. Seitdem quartiert sich Miebach mit anderen Fans dafür an einem Januarwochenende auf der Burg Bilstein im Sauerland ein; und am Samstag zum ersten Mal im Schloss Oberwerries.

Bilder vom Fantreffen

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Auf einer Treppenstufe liegt ein absichtlich dort verlorener Schuh. Aus dem Gewölbekeller dringen Stimmen, Gläserklirren und die Filmmusik des Tschechen Karel Svoboda. Eine Frau fällt auf. Silke Rönspies aus Baden-Baden trägt das Kleid der fiesen Stiefschwester Dora – grüner Rock mit rotem Samtoberteil und weißen, mit Perlen bestickten Ärmeln. Sie hat es selbst geschneidert. Auch ihre Frisur und der Halsschmuck sind Dora-Kopien. In den Jahren davor trug sie erst Aschenbrödels rosa Ballkleid, dann unter einer Fellweste das mit Asche beschmutzte Kleid, und verkleidete sich ein anderes Mal als Haselnuss. Sie möchte heute einen Prinzen finden, sagt sie – und wenn das nicht funktioniere, wenigstens den Kostümwettbewerb gewinnen. „Sie hat extra anspannen lassen und ist mit der Kutsche in die Stadt gefahren, um alles zu kaufen“, kommentiert Henry Eckhardt aus Hamm in Anspielung auf den Film. Er selbst hat sein Kostüm in der Waldbühne Heessen ausgeliehen. Es sind erstaunlich viele Männer in Strumpfhosen auf der Party – „weil ich musste“, sagt einer.

Nach dem Essen sehen die Gäste das Märchen, später tanzen sie so wie in der Ballszene. Das hat ihnen Miebach vorher beigebracht. Sie liebt diesen Film, weil Aschenbrödel darin selbstbewusst, kein bisschen schicksalsergeben ist. Die Lehrerin aus Meschede weiß unglaublich viel: Zum Beispiel, dass der Prinzen-Schauspieler heute ein erfolgloser Theaterbesitzer in Tschechien sei. Seine damalige Kollegin Libuše Šafránková (Aschenbrödel) stehe dagegen noch immer vor der Kamera.

Miebach plant, eine der nächsten Kostüm-Partys auf das Schloss Moritzburg bei Dresden zu verlegen, wo der Film gedreht wurde. „Das wäre perfekt“, sagt sie.

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