Suche nach neuem Bauland führt Stadt Hamm in die Mark

Von der Alten Soester Straße soll es künftig in das kleine neue Wohngebiet gehen.
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Platz für Doppelhäuser und ein Einfamilienhaus: Der Fuß- und Radweg (im Vordergrund) am Friedhof wird für die neuen Häuser ausgebaut. Von der Alten Soester Straße soll es künftig in das kleine neue Wohngebiet gehen. Das bisher als Garten genutzte Bauland liegt im rückwärtigen Bereich der Senioren-Wohnanlage.

Die stadtweite Suche nach Bauland in Hamm rückt eine eher stille Ecke in der Mark in den Fokus. Planerisch gehört sie zum Lisenkamp. Fußgänger verorten sie am Weg zwischen Alter Soester Straße und Knappenstraße.

Mark – Das bisherige große Gartengrundstück gegenüber vom Friedhof soll Bauland werden. Nachdem der Rat im März vergangenen Jahres die dazu erforderliche Änderung des Bebauungsplanes per Beschluss in die Wege geleitet hat, findet ab heute, Montag, bis 22. Februar die Beteiligung der Öffentlichkeit statt.

Mit rund 5 400 Quadratmetern ist das Baugebiet vergleichsweise klein. Abzüglich der Flächen – zum Beispiel für die Erschließung und Wege – bleiben noch rund 2 800 Quadratmeter. „So klein das Projekt auch ist, so schön ist es auch“, meint Magnus Schroer, Geschäftsführer von Magnus Immobilien, mit Blick auf die ruhige Lage in zweiter Reihe, neben einem Grünzug und angesichts der Pläne des Unternehmens. Neun Wohneinheiten sind vorgesehen: vier Doppelhäuser und ein Einfamilienhaus. Die Grundstücksgrößen werden zwischen rund 300 und 400 Quadratmeter liegen.

Die Häuser sollen wahlweise verkauft oder zur Vermietung durch Magnus-Immobilien angeboten werden. Die genaue Bauhöhe stehe noch nicht fest, sagt Schroer. Die Häuser werden der Umgebung angepasst. Die Senioren-Wohnanlage ist in unmittelbarer Nachbarschaft zweigeschossig. Die Gebäude zur Alten Soester Straße sind zweieinhalb- oder dreigeschossig.

Stadt und Politik reagieren auf anhaltend große Nachfrage nach Bauland

Das kleine Baugebiet ist ein Beitrag zur 2017 vom Rat beschlossenen Wohnbaulandinitiative. Damit reagieren Stadt und Politik auf die anhaltend große Nachfrage nach Bauland in der ganzen Stadt. Ein Ziel ist eine kompakte, flächensparende Siedlungsentwicklung. Das trifft laut Stadtverwaltung auf die Fläche in der Mark zu. Sie ist so klein, dass bei der weiteren Planung das so genannte beschleunigte Verfahren angewandt werden kann.

Der Bereich ist bislang als Garten genutzt worden und gehört zwei Eigentümern. Die Umwandlung von Garten- in Bauland erfordert die Änderung des Bebauungsplans Lisenkamp. Der stammt noch aus den 1970er Jahren. Zur Erschließung dient der Fußweg zwischen Alter Soester Straße und Knappenstraße. Dazu muss der etwa vier Meter breite Weg in den Geltungsbereich des Bebauungsplans aufgenommen werden. Zwischen Friedhof und Wohngebiet ist eine Wendemöglichkeit für Fahrzeuge vorgesehen. Der Fußweg bis zur Knappenstraße bleibt bestehen.

Durch beschleunigtes Verfahren keine Umweltprüfung

Durch das beschleunigte Verfahren findet keine Umweltprüfung statt. Dabei werden sonst unter anderem die Auswirkungen auf die Tiere und Vegetation, auf den Boden und das Klima geprüft. Das kleine Baugebiet war einst Garten. Nachdem die Bäume am Weg gefällt worden sind, ist der Blick auf eine große Wiese frei. Der angrenzende Grünzug gehört nicht mehr zum Plangebiet. In den 1940er Jahren gehörte der Bereich zu einem grünen Band. Es sollte in einem weiten Bogen mitsamt Wegenetz vom Kurhaus über Knappenstraße/Huckenholz, zurück bis an die Ostenallee, gegenüber Elchstraße, führen. Die Pläne wurden nie umgesetzt.

Bürger können sich jetzt bei der Verwaltung über das kleine Baugebiet informieren und äußern. Wo die Stadtverwaltung sonst zur Bürgerversammlung eingeladen hat, ist in Corona-Zeiten nur eine Besprechung oder ein Online-Angebot möglich. „Wir freuen uns über die Möglichkeit“, sagt Magnus Schroer. Andernfalls wären die weiteren Planungen verzögert worden. Er hofft, dass das weitere Verfahren zügig vorankommt. Mit dem Beginn der Erschließung rechnet er frühestens im Herbst. „Es könnte auch Frühjahr werden.“

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