Schausteller in Volksfeststimmung

Stunikenmarkt eisern im Kalender - Kirmes-Park an Pfingsten?

So wie hier im September 2020 soll es auch an Pfingsten 2021 wieder abgehen.
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So wie hier im September 2020 soll es auch an Pfingsten 2021 wieder abgehen.

Corona hält Hamm trotz Schneemassen im Griff. Die Schausteller wollen trotzdem optimistisch bleiben: Der Stunikenmarkt steht eisern im Kalender, und an Pfingsten ist sogar ein weiterer Kimes-Park geplant.

Hamm - Winterdepression? Für Uwe Röhrig ist das keine Option. „Damit kommt man nicht weiter. Schausteller sind keine Menschen, die aufgeben. Wer aufgibt, hat schon verloren“, sind Frust und Lamentieren im Wortschatz des Vorsitzenden des Schaustellervereins „Hand in Hand Hamm“ nicht vorhanden. Schon gar nicht, wenn ein Licht am Ende des Tunnels sichtbar zu werden scheint. „Wir planen grundsätzlich alle unsere Volksfeste ganz normal – die kleinen in Heessen und Herringen, die im April und Mai stattfinden sollen, sowie den Stunikenmarkt im Herbst.“

Das Kleingedruckte gehört allerdings in Corona-Zeiten standardmäßig dazu – in Röhrigs Fall der Zusatz, wenn es die Infektionszahlen zulassen und kein Lockdown die Fahrgeschäft-Betreiber erneut ausbremst. Die Karussells sind bereits ausgesucht, die Planungen laufen wie in den vergangenen Jahren auf Hochtouren – eben so, als würde es keine Einschränkungen mehr geben. „Ob dann tatsächlich die kleinen Veranstaltungen im Frühjahr schon stattfinden können, sehe ich zwar eher nicht“, sagt Röhrig. „Aber dass wir zumindest die Hauptkirmes ganz normal abhalten können, glaube ich schon.“

Trotz aller Zuversicht gibt es einen Plan B

Die soll, so es die Pandemielage zulässt, vom 17. bis 21. September wie gewohnt in der Stadtmitte rund um die Pauluskirche stattfinden. Die entsprechenden Verträge mit den Schaustellern sind unterzeichnet. Die Nachfrage bei den Fahrgeschäft-Betreibern war im Vergleich zu den vergangenen Jahren unverändert groß. „Das Interesse ist nach wie vor vorhanden“, sagt Röhrig. „All die Fahrgeschäfte, die schon 2020 geplant waren, haben den Vorzug bekommen. Wer da unter Vertrag stand, ist 2021 auch wieder dabei. Und wenn die Sonne im Mai rauskommt, werden wir die restlichen Planungen vornehmen und das Feuerwerk bestellen – natürlich auch das alles unter Vorbehalt.“

Trotz aller Zuversicht hat Röhrig einen Plan B in der Tasche. Vor allem für die Veranstaltungen in Heessen und Herringen, deren Absage absehbar ist. Auf dem Heessener Marktplatz können aufgrund der bis Juni andauernden Bauarbeiten ohnehin keine Fahrgeschäfte aufgestellt werden. Und auf dem Markt in Herringen würden die Corona-Maßnahmen, wie die Einzäunung des Geländes und der gebotene Abstand zwischen den Fahrgeschäften, einen wirtschaftlich rechenbaren Betrieb nicht möglich machen.

Kirmes-Park mit Zentralhallen abgesprochen

Daher soll über Pfingsten an den Zentralhallen eine alternative Veranstaltung angeboten werden. „Das ist bereits mit dem Geschäftsführer der Zentralhallen, Dr. Alexander Tillmann, besprochen. Dann werden wir, ähnlich wie im Herbst, mit dem Kirmes-Park vom 21. bis 30. Mai auf dem Peitzmeier-Platz einen temporären Freizeitpark einrichten.“

Die Ersatzveranstaltung für den Stunikenmarkt im vergangenen Herbst, bei der 37 der ursprünglich geplanten 90 bis 100 Geschäfte dabei sein konnten, wurde gut angenommen, musste nach vier Tagen jedoch aufgrund des rapiden Anstiegs der Coronazahlen in Hamm abgebrochen werden. Ähnlich wie im September wird die Kirmes voraussichtlich auch Pfingsten eingezäunt und nur über einen kontrollierten Eingang zugänglich sein.

Hoffnung auf Stunikenmarkt im Normalbetrieb

Im Herbst könnte der Rummel dann, wenn es nach dem Vorsitzenden des Schaustellerverein geht, im Normalbetrieb laufen. „Ich hoffe jedenfalls, dass wir dann irgendwann wieder durchstarten können“, sagt Röhrig, der die angespannte Situation als „schwierig, aber machbar“ empfindet, sich vor allem darüber freut, dass die Karussells langsam aus dem Winterschlaf geweckt werden können. „Die Saison ist normal am 23. Dezember mit Ende des Weihnachtsmarktes abgeschlossen“, sagt Röhrig. „Dann starten die ersten Karneval wieder. Und richtig los geht es zu Ostern. In Dortmund wird zum Beispiel überlegt, die Osterkirmes als temporären Freizeitpark laufen zu lassen.“

Sim-Jü ebenfalls in der Planung

Auch in Werne geht man die Planung für Sim-Jü genauso an wie in „normalen“ Jahren. Das Volksfest in der Innenstadt soll vom 23. bis 26. Oktober stattfinden. 613 Bewerbungen von Seiten der Schausteller sind bei Kordula Mertens vom Ordnungsamt Werne eingegangen, im Jahr davor waren es noch 815. Bewerbungsschluss war immer – unabhängig von Corona – der 13. Dezember. Auch die Frühlingsausgabe, die deutlich kleinere Maikirmes vom 30. April bis 3. Mai wird derzeit geplant. Eine Durchführung wie gewohnt (vor der Pandemie) steht aber natürlich auch hier auf wackeligen Füßen.

Finanziell bekam Röhrig im vergangenen Frühjahr die ersten Hilfen. Von der angekündigten Finanzspritzen im Herbst und Winter sei zumindest ein Teil der Novemberhilfe überwiesen worden. Die Zuversicht, auch im zähen Endspurt der Krise zu überleben, lässt sich Röhrig jedenfalls nicht nehmen. „Muss man ja haben“, sagt er. „Es wird darauf hinauslaufen, dass im Frühjahr wieder irgendwelche Leute mit ihren Mandelwagen vor den Läden stehen.“

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