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Schausteller nach Absage des Stunikenmarkts wütend

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Von: Markus Hanneken, Andreas Tiggemann, Cedric Sporkert

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Die wilde Maus bleibt still: In diesem Jahr wird es keinen Stunikenmarkt geben.
Die wilde Maus bleibt still: In diesem Jahr wird es keinen Stunikenmarkt geben. © Wiemer

Im September wird sich in der Hammer Innenstadt kein Karussell drehen, die Gondeln der Wilden Maus bleiben im Schuppen. Der Stunikenmarkt fällt coronabedingt aus. Das trifft nicht bei allen auf Verständnis.

Hamm – Die Entscheidung fiel nach der Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen wie Volksfesten bis mindestens 31.Oktober. Der Start der fünftägigen Hammer Innenstadtkirmes, die jedes Jahr mehrere Tausend Besucher anzieht, war für den 18. September geplant.

Die Schausteller und Beschicker der Kirmes hatten bis zuletzt auf eine Durchführung unter Corona-Auflagen gehofft. Die rückläufigen Zahlen hatten diesen leichten Optimismus befeuert. Jetzt überwiege eine gewisse Ohnmacht. „Ich bin schockiert und wütend über diese Entscheidung“, sagt Uwe Röhrig, Vorsitzender des Schaustellervereins „Hand in Hand“. Und er fügt hinzu: „Die Ferienflieger nach Mallorca sind voll, der Maxipark auch, und die Kirmes darf nicht stattfinden. Das kann ich nicht nachvollziehen.“

15 Monate ohne Einkommen

Die Hammer Schausteller hatten ihre bisher letzten Einnahmen am 22.Dezember 2019, dem letzten Tag des Weihnachtsmarktes, generiert und mussten ohnehin knapp kalkulieren, um über die dreimonatige Winterpause zu kommen. Und die endete in diesem Jahr quasi mit dem „Shutdown“. Durch die Zwangspause bis mindestens Oktober müssen die 95 Beschicker der Hammer Herbstkirmes nun um ihre Existenz bangen.

„Jetzt wird es richtig ernst“, sagt Röhrig. Die Saison sei gelaufen. „15 Monate ohne Einkommen – wie sollen wir das überstehen“, fragt der Hammer Schausteller frustriert. „Ob die Maßnahmen gerechtfertigt sind, wird das nächste Jahr zeigen. Aber dann ist es für uns zu spät.“

OB erteilt Stunikenmarkt Absage 

Er ärgere sich insbesondere über das „Vorpreschen“ des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der die entsprechende Beschlussvorlage erarbeitet hatte. Zudem dürfe man besagte Großveranstaltungen keineswegs über einen Kamm scheren. „Nehmen wir die Soester Kirmes. Die wird von einer Million Menschen besucht, die vor allem an den ersten Kirmestagen reichlich Alkohol trinken. Das gibt es so bei uns nicht. Der Stunikenmarkt ist eine gesittete, familiäre Veranstaltung“, erklärt Röhrig. Er fordert von der Politik daher eine Einzelfallprüfung.

Einer solchen Prüfung erteilte Hunsteger schon gestern eine deutliche Absage: „Nein, als Stadt haben wir da keine Handhabe. Die Vorgaben sind eindeutig.“ Trotzdem habe er Verständnis für die Wut der Schausteller. „Ich verstehe den Frust, der sich jetzt breit macht. Auch, weil gleichzeitig Freizeitparks öffnen dürfen. Das kann ich im Moment auch niemandem erklären“, so Hunsteger.

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