Am Wochenende

Vögel zählen, um Arten zu retten - auch die Hammer sind gefragt

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In Hamm fühlt sich die Blaumeise wohl - aber auch viele andere Vogelarten.

Hamm – Hans-guck-in-die-Luft aufgepasst: Mit der „Stunde der Wintervögel“ ruft der Naturschutzbund (Nabu) an diesem Wochenende zum Vogelzählen auf. Bis zum Sonntag, 6. Januar, sind auch Hamms Bürger aufgefordert, ihre fliegenden Garten-Besucher zu beobachten und darüber zu berichten.

60 Minuten beobachten und anschließend seine Feststellungen auf der Internetseite des Nabu dokumentieren – mehr ist nicht verlangt, um an der Stunde der Wintervögel teilzunehmen. Durch diese Aktion wird die Artenvielfalt überprüft. So erkennen Experten rechtzeitig, wenn die Anzahl einer Art weniger wird. Auch in Hamm nehmen Vogelbestände ab.

Eine verlässliche Prognose, aber mehr nicht. „Das ist zwar nicht hochwissenschaftlich, doch hat die Erfahrung gezeigt, dass mittels dieser Zählung Trends aufgedeckt werden“, berichtet Jürgen Hundorf, zweiter Vorsitzender und Hobby-Ornithologe des Nabu Hamm.

Und Trends sind erkennbar: So seien beispielsweise bei der Zählung im Sommer deutlich weniger Mehlschwalben gemeldet worden. Inzwischen ist bewiesen, dass der Bestand der Vögel zurückgeht. Dank des Rekordsommers ist Hundorf aber für die Winterzählung optimistisch: „Ich hoffe auf einen positiven Bruterfolg: Durch die Hitze im Vorjahr gab es viele Insekten und somit mehr zu fressen für die Vögel.“

Auch das Rotkehlchen ist ein häufiger Gast in Hammer Gärten.

Dennoch herrscht ein großes Problem für die gefiederten Lebewesen: Insbesondere die Vögel in der Landwirtschaftlichen Nutzung sind betroffen, da die Qualität der Agrarlebensräume abnimmt. „Es wird hauptsächlich Mais angebaut, der Blüten- sowie der Insektenbestand geht zurück. Es geht mit einigen Arten bergab“, erklärt Hundorf.

Aber auch Zugvögel sind betroffen: Durch wärmeres Klima verpassen sie die Abflugszeit und werden gejagt. Außerdem entwickelt sich auch Afrika – das Reiseziel vieler Arten – weiter, die Bedingungen dort verändern sich.

Fressen und gefressen werden

Doch die Hammer können trotzdem viele verschiedene Arten sehen: Von Buch- und Grünfinken über Rotkehlchen zu Kohl und Blaumeisen und vielen weiteren sind einige in Hamm ansässig. In wessen Garten ein Futterhäuschen steht, hat sogar die Möglichkeit – mit viel Glück – einen Sperber zu entdecken: Ein Greifvogel, dessen Beute auch kleine Vögel sind. Ein normaler Vorgang. „Das ist eben die Natur: Fressen und gefressen werden“, sagt Hundorf.

Doch die Zählung dient nicht nur der Wissenschaft: „Es ist ein guter Weg, um die Menschen wieder näher an die Natur heranzubringen“, sagt Hundorf. Früher habe man noch jede Vogelart gekannt; das ginge zur Zeit verloren. So ist die Vogelzählung nicht nur hilfreich sondern auch aufschlussreich. Schließlich ist es doch spannend zu wissen, wen man so als Gast im Garten hat.

Um die Zuordnung zu erleichtern:

Buchfink, Feldsperling, Eichhäher und viele weitere Vögel sind in Hamm unterwegs – für diejenigen, die die ganzen Arten nicht zuordnen können, gibt es unter www.stundederwintervoegel.de einen Katalog mit Fotos der verschiedenen Arten. Hier können auch die Beobachtungen direkt eingetragen werden.

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