Ein Semester lang nur Bahnhof

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Die SRH-Studenten mit Werner Reumke (links), der sie in ihrer Arbeit unterstützt.

Hamm - Wie empfinden Reisende und Hammer Bürger das Bahnhofsumfeld? Wie beurteilen es Vertreter aus umliegenden Einrichtungen und Geschäftsleute? Und welche Anregungen und Wünsche gibt es? Antworten auf diese und weitere Fragen wollen vier Dualstudenten im Fachbereich Soziale Arbeit an der SRH-Hochschule geben und am Ende in einem Bericht an die Stadt Hamm weiterreichen.

Anfang Juni soll ihr Konzept stehen. Für die Studenten ist es buchstäblich eine naheliegende Aufgabe, der sie sich in ihrer Semesterarbeit stellen. Denn tagtäglich erleben sie selbst die Situation vor ihrer Haustür. Die beginnt beispielsweise bei den gastronomischen Angeboten im Umfeld: „Wir sind hier 600 bis 700 Studenten ohne Mensa“, sagt Svenja Comino (21), die sich in dem Projekt engagiert. „Vielfalt – neben Döner und der Gastro im Kleist-Forum – gibt es erst im Allee-Center. Aber dafür reicht die Pause nicht“, sagt sie. 

Das Thema Gastronomie beschäftigt offenbar viele Menschen, die rund um den Bahnhof unterwegs sind. In einer (nicht repräsentativen) Umfrage, die die Studierenden durchführten, landete der Wunsch nach Streetfood-Angeboten und Foodtrucks unter den am häufigsten angesprochenen Themen. Den Willy-Brandt-Platz vor dem Bahnhof können sich manche als Biergarten oder Café, andere als Spielplatz, Bühne für Vereine und Musik, Skatepark oder Ort für Umweltprojekte vorstellen. 

Unter fünf Ideen, die die Studierenden den Passanten präsentierten, sahen diese Straßenkunst, zum Beispiel als Präsentation des Gustav-Lübcke-Museums oder Pflasterbemalung, ganz vorne. Und Pendler und Touristen haben offenbar Bedarf nach einem übersichtlichen Stadtplan. 

Rückmeldungen von umliegenden Einrichtungen und Betrieben zum Potenzial des Platzes und zu Bereitschaft, ihn mit mehr Leben zu füllen, seien bisher durchweg positiv gewesen, sagt Christian Westerteicher (32). Diese reichten vom Foodtruck über öffentliche Aufführungen bis zu sporadischen Oldtimer-Treffen. „Allein die Tanzgruppen in Hamm könnten den Platz zwei Monate lang bespielen“, meint Svenja Comino. Ihr Wunsch wäre es, dass einmal ein gut gefüllter, zentral koordinierter Jahreskalender für das Bahnhofsquartier entsteht. 

Je dichter die Angebotspalette sei, desto weniger müsse man über Sicherheitsaspekte diskutieren, meinen die Studierenden. „Das ist eine Form von Prävention“, sagt Sebastian Gouw (22). 

Die Endfassung ihrer Arbeit wollen die Studierenden an Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann übergeben. „Die Ergebnisse werden zum Image-Gewinn der Stadt beitragen“, meint Jan Darsow (27). Alle vier können sich vorstellen, weitere Semester mit dem Thema Bahnhofsumfeld zu verbringen.

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