Streng sozial und ökologisch

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HAMM - Die Grünen wählten gestern Abend ihre Reserveliste für den Rat. Auf Platz 1 kandidiert erwartungsgemäß Volker Burgard. Bei seiner Nominierung als Oberbürgermeister-Kandidat im Oktober vergangenen Jahres hatte Burgard noch 93,5 Prozent erhalten, gestern stimmten nur 82,5 Prozent der 40 stimmberechtigten Mitglieder mit Ja. Einer möglichen Koalition mit der CDU nach der Wahl erteilte er eine klare Absage.

Solange Thomas Hunsteger- Petermann und „sein Wahlverein“ für Ansiedlungen Umweltschutzgesetze umgehen und Einwände, Beispiel der Höhlenflohkrebs beim Möbelhaus Finke, zynisch abqualifizieren, könne die CDU „nie unser Partner sein“, stellte Burgard klar. Die Links-Rechts-Debatte sei er leid. „Ich stehe für grüne Politik, streng mit einer sozialen und ökologischen Ausrichtung“, sagte Burgard und reagierte damit auf Kommentare, die ihm eine Nähe zum konservativen Lager nachsagen. In seiner kurzen Rede ging er auf zwei aktuelle Themen ein.

Der Umgang Hunstegers mit dem Fall Waldenburger Straße, nämlich zu versuchen, das aufkommende Feuer zu löschen, sei völlig richtig. Das Verhalten der Firma Westfleisch sei dagegen unverantwortlich und unseriös. „Die Rumänen haben die gleichen Rechte wie Zugezogene aus Bayern oder Sachsen“, stellte Burgard klar. Allerdings sei Hunsteger 15 Jahre im Amt und damit verantwortlich für eine verfehlte Städtebaupolitik in Hamm, dass „bestimmte Bezirke veröden“ und dass „wir runtergekommene Bezirksteile und eine steigende Kinderarmut haben“.

Massive Kritik übte Burgard zudem an der FDP. Den Lippesee ohne konkrete Pläne und Finanzierung zum Thema zu machen, sei unseriös, lächerlich und politisch unverschämt. „Deutlicher kann man die eigene Überflüssigkeit nicht machen.“ Mit Ingo Müller an der Spitze knüpfe die FDP an das Niveau unter Müllers Vorgänger Georg Schroeter an.

Ratsreserveliste: 1. Volker Burgard, 2. Reinhard Merschhaus, 3. Petra Grünendahl, 4. Karsten Weymann, 5. Andrea Kaczmarek, 6. Andrea Pfeifer, 7. Ulrike Pesch, 8. Dr. Martin Linka, 9. Arnela Sacic, 10. Wolfgang Ruthe. Bei der Kommunalwahl 2009 erreichten die Grünen 8,2 Prozent, sie erhielten damit fünf Sitze.-asc

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