Streit zwischen Hammer CDU und Zafer Topak geht weiter

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Zafer Topak

Hamm - Zafer Topak ist weiterhin Mitglied der CDU. Wie berichtet, hat das Kreisparteigericht im März den Ausschluss Topaks aus der Partei beschlossen, dagegen hat der 35-Jährige aber Widerspruch eingelegt, wie beide Seiten auf WA-Anfrage bestätigten.

Der Fall liegt nun zur Entscheidung vor dem Landesparteigericht. Gegenüber unserer Zeitung und vor einem Millionenpublikum am Dienstagabend erneuerte Topak seine Vorwürfe gegenüber der CDU.

In der Partei gebe es jede Menge Sympathisanten oder Mitglieder der Organisation der Ülkücü, erklärte Topak in der ZDF-Sendung „Frontal 21“, die mehr als zwei Millionen Menschen sahen. Wenn er ausgeschlossen werde, müssten auch andere aus der Partei ausgeschlossen werden. „Man braucht die aber als Stimmenbringer.“ Auf Nachfrage erklärte Topak gegenüber unserer Zeitung gestern, dass es in der Hammer CDU noch immer etwa 20 Ülkücü gebe. Ausgetreten ist bislang, wie berichtet, nur einer. CDU-Kreisgeschäftsführer Werner Thies betonte dagegen, dass ihm kein weiteres CDU-Mitglied bekannt sei, das erklärter Anhänger der Bewegung ist.

Im Gegensatz zur CDU und dem Verfassungsschutz unterscheidet Topak zwischen Ülkücü und den grauen Wölfen, die in dem Fernsehbeitrag als türkische Nationalisten und Faschisten dargestellt wurden. Teile des ZDF-Berichtes bezeichnete Topak gegenüber dem WA als „total manipuliert“, er kündigte eine Beschwerde an.

Mit einem schnellen Ende des Parteiausschlussverfahrens ist nicht zu rechnen. Bis zu einer Entscheidung könne ein halbes Jahr vergehen, sagte CDU-Landespressesprecherin Isabelle Fischer gestern auf Anfrage. Und auch dann muss noch nicht Schluss sein. Der Unterlegene könnte vor das Bundesparteigericht, anschließend vor ein ordentliches Gericht ziehen.

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