Im Ortsverein Bockum-Hövel geht es hoch her

Neuanfang statt "Weiter so": Sabine Zumbrink über den Streit in der SPD

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Sabine Zumbrink

Im Personal- und Worte-Stress des SPD-Ortsvereins Bockum-Hövel versucht die neue Vorsitzende Sabine Zumbrink nach außen die Ruhe zu bewahren. Im Interview mit WA.de bezieht sie Stellung.

Bockum-Hövel – Sabine Zumbrink ist die neue Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bockum-Hövel. Sie hat sich mit ihrem Team bei den Vorstandswahlen gegen Damian Chatha und Vorschlagsliste des ehemaligen Vorstands durchgesetzt. Wie sie und ihre Mitstreiter künftig mit der SPD-Fraktion zusammenarbeiten und welche Themen sie bearbeiten wollen, dazu stellte WA.de ihr einige Fragen.

Was hat der frühere Vorstand des Ortsvereins schlecht gemacht? Wie wollen Sie es jetzt besser machen? 

Sabine Zumbrink: Anstatt einzelne Mitglieder des ehemaligen Vorstands hier in der Öffentlichkeit schlecht zu machen oder bloßzustellen, ziehe ich es vor, die Angelegenheiten intern zu regeln. Gegenseitige Schuldzuweisungen sind für die künftige Zusammenarbeit kontraproduktiv. Der neue Vorstand wird verstärkt Bürgerinteressen erfragen und Mitglieder wieder einbinden, zum Beispiel durch Mitgliederversammlungen, öffentliche Vorstandssitzungen und regelmäßige Infobriefe.

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Das sind die inhaltlichen Schwerpunkte:

Welche politischen Themen in Bockum-Hövel wollen Sie bis zur Kommunalwahl im Herbst 2020 angehen?

Zumbrink: Durch die personelle Erneuerung des Vorstandes gibt es auch neue Ideen und Maßnahmen, die angegangen werden sollen. Davon befindet sich noch einiges in der Phase der Konkretisierung. Zu den sicheren Schwerpunkten unserer Arbeit zählt für uns der Erhalt des Gesundheitsstandortes Bockum-Hövel. Ebenso wollen wir uns für den sozial geförderten Wohnungsbau auch beim Einfamilienhausbau starkmachen. Eine rasche Umsetzung des Beschlusses zur Schaffung eines zweiten Recyclinghofes ist uns ein großes Anliegen, um dem Mülltourismus durch unseren Ortsteil ein Ende zu setzen. Darüber hinaus wurde bei unserem Infostand deutlich, dass viele Bürger einen Handlungsbedarf im Bereich Spielplätze, sowie Sauberkeit und Sicherheit im Stadtteil sehen. Darum werden wir uns kümmern.

Gibt es einen Termin für ein Gespräch mit der SPD-Fraktion? 

Zumbrink: Der Vorstand des Ortsvereins lädt die Mitglieder der Bezirks- und Ratsfraktion für Bockum-Hövel zu einem Gespräch ein. Wir befinden uns in der Terminfindung.

Wie wollen Sie künftig mit der Fraktion zusammenarbeiten? 

Zumbrink: In dem Gespräch werden wir Modalitäten für die weitere Zusammenarbeit gemeinsam festlegen.

Unzufriedenheit bei Teil der Mitglieder

Wie wollen Sie Brücken über den tiefen Riss bauen, der durch die SPD in Bockum-Hövel geht? 

Zumbrink: Seit längerer Zeit hat sich eine spürbare Unzufriedenheit bei einem großen Teil der Mitglieder unseres Ortsvereins entwickelt. Die Ereignisse der letzten Zeit sind eine Konsequenz daraus. Viele haben sich einen Neuanfang gewünscht und lehnten ein „weiter so“ ab. Diese Haltung haben sie bei den Wahlen gezeigt. Dass diejenigen, die nun nicht mehr dem neuen Vorstand angehören, diese Niederlage als Riss empfinden und es so kommunizieren, schildert ihre Sicht darauf.

Mehrheits-Entscheidungen akzeptieren

Wie wollen Sie diejenigen Mitglieder zur politischen Arbeit für die Kommunalwahlen motivieren, die nicht hinter dem neuen Vorstand mit Ihnen an der Spitze stehen? 

Zumbrink: Als Vorsitzende fordere ich alle Bockum-Höveler Genossinnen und Genossen auf mehrheitliche demokratische Entscheidungen zu akzeptieren und lade sie ein, sich für die Belange der Sozialdemokratie gemeinsam einzusetzen.

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