Riesen-Knatsch bei Hammer Grünen: "Erpressungsversuch"

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Symbolbild

Hamm - Nach einer abgebrochenen Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche kommen die Hammer Grünen nicht zur Ruhe – und schon gar nicht zu Einigungsversuchen.

Kaum hat der Kreisvorstand einen Termin für eine neue Jahreshauptversammlung beschlossen, regt sich per offenem Brief Widerstand. Und ein erfahrener Grünenpolitiker denkt an Austritt. Die Rede ist von Carsten Grüneberg, Kopf der Partei in Herringen und seit 32 Jahren Mitglied: „Wenn dieser Termin stehen bleibt, muss ich über meinen Austritt nachdenken.“ Den Termin nennt Kreisgeschäftsführerin Bea Ermisch: „Am 12. Juli wollen wir die Jahreshauptversammlung fortsetzen.“ Stichwort „fortsetzen“.

Am 10. April waren 32 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung gekommen, um einen Vorstand zu wählen. Bei der Wahl zum Sprecher traten Amtsinhaber Volker Burgard und Rhynerns Bezirksvertreterin Andrea Pfeifer gegeneinander an: Drei Mal erhielten beide Kandidaten 16 Stimmen. Carsten Grüneberg stellte daraufhin den Antrag, die Sitzung zu unterbrechen und an einem anderen Tag zeitnah fortzusetzen. Die Mitglieder stimmten zu.

Streitpunkt Jahreshauptversammlung

Kreisgeschäftsführerin Ermisch und Sprecher Burgard sind sich sicher: Die Fortsetzung der Jahreshauptversammlung kann auch drei Monate später erfolgen. Die Wahl von Sprecherin Arnela Sacic bei der letzten Versammlung bleibt gültig. Für alle anderen Vorstandsposten beginnt das Verfahren bei Null – das heißt: Jeder kann sich noch auf das Amt des zweiten Sprechers, derzeit Volker Burgard, bewerben.

Das sehen Pfeifer und Grüneberg anders. Pfeifer hat einen offenen Brief verfasst. Darin fordert sie, die Versammlung entsprechend des gefassten Beschlusses zeitnah einzuberufen – bis zum 11. Mai. Unterschrieben ist der offene Brief von 18 Mitgliedern, darunter Grüneberg. Eine Neuansetzung sei nie sein Ansinnen gewesen, sagt er, „und es war auch nicht das der Mitglieder, die das beschlossen haben.“

Wie damals bei Fundis gegen Realos

Bei einer offenen Vorstandssitzung hätten Sacic und Burgard deutlich gemacht, dass sie nicht mit Pfeifer zusammenarbeiten würden. „Da sehe ich mich unter Druck gesetzt.“ Für ihn sei der späte Termin ein „Erpressungsversuch des Restvorstandes“. Man wolle Zeit gewinnen und neue Mitglieder werben. Grüneberg: „Ich werde am 12. Juli nicht erscheinen und überlege, aus dem Kreisverband auszutreten und in den Kreisverband Unna zu wechseln.“

Sprecherin Sacic will zu all dem nichts sagen. Und wie will sie den Kreisverband einen? Sacic: „Um den Kreisverband zu einen, würde ich stärker auf das Gespräch setzen, alle müssen an einen Tisch.“ Angefangen damit habe sie aber noch nicht – „es finden ja weitere mitgliederoffene Sitzungen des Vorstandes statt.“ Sie geht davon aus, dass diese stärker von den Mitgliedern besucht würden. Sie vergleicht die Spaltung der Hammer Grünen mit den früheren Flügeln Fundis gegen Realos: „Wir brauchen jetzt einen Robert Habeck“.

Sprecherkollege Burgard sagt, Pfeifer wisse genau, dass er bis zum 13. Mai im Urlaub sei. Sonst will er sich inhaltlich nicht äußern. Er erklärt nur die Formalie und betont: Die Terminierung der Jahreshauptversammlung am 12. Juli sei satzungskonform – und sinnvoll: „An diesem Donnerstag ist bei der Fußball-WM spielfrei.“

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