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Straßennamen erinnern an jüdische Schicksale

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PELKUM ▪ Im Stadtbezirk Pelkum sind zwei Straßen, deren Namensgeber eine nationalsozialistische Vergangenheit haben, aus dem Straßenbild verschwunden. Es handelt sich dabei um die Carl-Diem-Straße in Lohauserholz sowie um den Lenardweg im Ortsteil Selmigerheide.

Nachdem bereits Ende September die Haedenkampstraße in Heinz-Bülling-Straße umbenannt worden war (WA berichtete), stellten Bezirksvorsteher Udo Schulte, Bezirksvertreter Günter Gewalt und Bürgeramtsleiter Thomas Filthaut gestern die beiden neuen Straßenschilder vor. Der Lenardweg wurde in Frieda-Rosenberg-Straße umbenannt. 1899 in Rossbach geboren, lebte Frieda Rosenberg seit dem 3. August 1928 mit ihrer Familie an der heutigen Großen Werlstraße. Ihr Mann Willy war Kaufmann. Nachdem den Juden die Bürgerrechte entzogen wurden, beging er Selbstmord. Frieda Rosenberg wurde dann am 27. April 1942 nach Zamose deportiert. Dort verliert sich ihre Spur. Sie wurde später für tot erklärt.

Selma Löhnberg geb. Bachmann stammt aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie. 1901 zog sie nach Hamm, wo ihr Mann Emil bis zum Beginn der 1920er-Jahre eine Arztpraxis betrieb. Der wachsende Antisemitismus – ihr Mann war bereits 1926 gestorben – zwang sie zur Flucht nach Belgien. Dort erlebte sie 1944 die Befreiung von den Nazis. Selma Löhnberg, die künstlerisch und musisch begabt war, starb 1967 in England. ▪ stg

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