Angst um Tiere

Sorge um geschützte Vögel: Nahe der geplanten Windräder sind Störche und Rotmilane zu Hause

Störche lassen sich regelmäßig nieder in der Nähe des in Berge geplanten Riesenwindrades.
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Störche lassen sich regelmäßig nieder in der Nähe des in Berge geplanten Riesenwindrades.

Große Sorge um das Storchenpaar in Berge hat eine Anwohnerin, denn in der Nähe des Storchenheims sollen bald Windräder stehen.

Berge – Wenn Petra Kwiatkowski derzeit aus ihrem Fenster an der Wilhelm-Lange-Straße in Berge blickt, hat sie große Freude an der Artenvielfalt in der Natur. So lässt sich auf der großen Wiese in direkter Nachbarschaft zu ihrem Haus regelmäßig ein Storchenpaar blicken, ganz offensichtlich in der Gewissheit, dort ausreichend Nahrung zu finden.

Auch andere Tierarten sind hier zu Hause. Seit einiger Zeit kreist auch ein Rotmilan-Pärchen über der grünen Landschaft zwischen Wassertürmen und Autobahn. Der Horst scheint nicht weit entfernt zu sein.

Angst um Storchenpaar

Und während sich die Bergerin über das Vorkommen dieser Tiere freut, so hat sie die große Sorge, dass den Vögeln in naher Zukunft eine große Gefahr droht. Denn nur 530 Meter von ihrem Haus entfernt soll eines der Riesenwindräder entstehen. Die Bauanträge sind bereits eingereicht, noch in diesem Jahr möchte die SL Naturenergie als Projektierer der Anlagen mit dem Bau zweier Räder beginnen. Und die großen Rotorblätter könnten zur tödlichen Falle für die geschützten Vögel werden.

Deshalb wünscht sich Petra Kwiatkowski, dass das Vorkommen ihrer gefiederten Nachbarn in einem neuen Umweltgutachten berücksichtigt wird. Sie ist als direkte Nachbarin ohnehin eine bekennende Gegnerin der Windräder. Vier private Klagen soll es bereits gegen den Bau der Anlagen geben, heißt es aus Kreisen der Bürgerinitiative (BI) gegen die Windräder.

Auch der Rotmilan wurde gesichtet.

Sammelklage sei nicht ausgeschlossen

Die hat längst wieder ihre Tätigkeiten aufgenommen und lässt derzeit juristisch die Baugenehmigung prüfen. Auch eine Sammelklage mehrerer Bürger sei nicht ausgeschlossen. Nach Ansicht der BI müsse das bereits existierende Rad, das auf Bönener Gemeindegebiet steht, mit in die Planungen einbezogen werden.

Es sei so nah an den geplanten Rädern, dass hier von einem Windpark die Rede sein müsse. Und dann wäre eine Bürgerversammlung vonnöten. Auf die wird verzichtet, da sie für zwei Räder nicht durchgeführt werden muss.

Derzeit sind zwei Riesenwindräder auf dem Gebiet nahe der Autobahn 2 geplant. Deren Standorte stehen auch bereits fest. Ein drittes Rad soll zudem auf Weetfelder Gebiet entstehen. Hier hat ein zweites Projektierer-Unternehmen die Zügel in der Hand.

Windräder-Planungen laufen

Die BB Wind aus Münster befindet sich in der Vorbereitung des vorläufigen Bauantrages. Mit einer Einreichung werde in rund vier Wochen gerechnet, teilte Michael Schlüß von der BB Wind mit. Schlüß ist gleichzeitig auch Geschäftsführer der Windenergiegemeinschaft Weetfeld-Freiske GbR, die überwiegend aus Eigentümern der dortigen Flächen besteht.

Der geplante Bau der Windkraftanlagen ist der zweite Anlauf auf diesem Gebiet. Vor einigen Jahren war das laufende Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes vom Rat gestoppt worden. Dagegen klagte die SL Naturenergie – mit Erfolg.

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