Stinkendes Problem in Hamm

Hundehaufen kümmern Herrchen und Frauchen wenig

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Wer durch die Innenstadt läuft, sieht (und riecht) sie in Beeten, auf Grünstreifen oder mitten auf dem Geh- oder Radweg: teilweise tellergroße Hundehaufen.

Hamm – Die Hinterlassenschaften müssten eigentlich vom Herrchen oder Frauchen des Verursachers beseitigt werden. In vielen Fällen schauen die sich offenbar aber nur kurz um und setzen ihre Gassi-Runde fort. Deshalb stinkt es nicht nur den Eltern an der Bodelschwingh Schule am Liebfrauenweg gewaltig. Sie und andere Anwohner beklagen, dass immer wieder Tretmienen auf dem Weg liegen bleiben – und sich die Hundehalter trotz Ansprache nicht darum scheren.

Nicht zuständig fühlten sich offenbar – zumindest in einem Fall – auch Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), die an einem Markttag nach Darstellung von Eltern nach einem Hinweis auf eine uneinsichtige Hundeführerin nicht auf den Plan traten. Auf WA-Anfrage bestätigt Stadtsprecher Tom Herberg zwar, dass an besagtem Markttag zwei Mitarbeiter des KOD vor Ort gewesen sind. Diese seien aber nicht angesprochen worden. Der Marktmeister, der ebenfalls vor Ort war, sei für Hundehaufen nicht zuständig.

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Generell nehme der KOD solche Fälle sehr ernst, betonte Herberg. Zum Teil sei das Ordnungsamt auf der Pirsch nach Hundehaltern, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht entsorgen, sogar mit zivilen Streifen unterwegs. Erfolgreich waren diese in der Vergangenheit aber nur äußerst selten.

Sechsmal wurden in den Jahren 2018 und 2019 stadtweit zusammengenommen Übeltäter auf frischer Tat ertappt. Diese Herrchen oder Frauchen mussten jeweils 55 Euro Verwarngeld bezahlen. 300 Euro hätten Hundehalter löhnen müssen, wenn ihr Vierbeiner seine Notdurft auf einem Spielplatz verrichtet hätte und sie dabei erwischt worden wären.

"...wenn sie sich beobachtet fühlen"

Das Problem für die KOD-Mitarbeiter: „Die meisten Hundehalter machen den Kot weg, wenn sie sich beobachtet fühlen. Schaut keiner hin, sieht das schon anders aus“, erklärt Herberg. „Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es fehlt vielleicht an Einsicht, dass liegen gebliebene Haufen zu einem echten Problem werden können.“

Eine nachträgliche Ahndung sei nur möglich, wenn Zeugen sich meldeten: „Am besten mit Datum, Ort, Name und bestenfalls Fotos“, so Herberg.

Kotbeutel schon zu Hause einpacken

Wer mit seinem Hund unterwegs ist, sollte am besten schon von Zuhause aus, einen Kotbeutel mitnehmen, rät der Stadtsprecher. Denn entsprechende Spender, die es vor einiger Zeit an vielen Orten in Hamm gab, wurden inzwischen allesamt wieder abgebaut. „Diese Kästen wurden oft durch Vandalen beschädigt. Wenn die Tüten aufgefüllt wurden, waren schon nach dem ersten Tag alle wieder herausgerupft“, erklärt Herberg. „Und das hat dann mehr Ärger verursacht, als es verhindert hat.“

Nur noch in den Bürgerämtern gebe es die Kotbeutel zur Mitnahme. „Und in Spendern, die durch einige wenige private Initiativen errichtet worden sind“, erklärt der Stadtsprecher.

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