Amtsinhaber will weitermachen

Stillstand statt Weiterentwicklung: SPD und Opposition kritisieren Hunstegers OB-Kandidatur

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Bei de CDU sorgte der OB mit seiner Ankündigung einer Kandidatur für Jubelstürme, die anderen Parteien im Rat kritisieren die Entscheidung.

Hamm – „Erwartbar“, „keine Sensation“, „schlecht für Hamm“ – am Tag nach der Bekanntgabe, dass Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann für eine fünfte Amtszeit kandidiert, befürchten die übrigen Parteien, dass sich die Stadt Hamm nun gar nicht mehr weiterentwickeln werde.

Während die CDU nach der Ankündigung jubelt und auch die Stadtverwaltung auf ihrem Facebook-Account die erneute Kandidatur ankündigt, traut SPD-Kreisvorsitzender Marc Herter Hunsteger-Petermann nicht mehr zu, den schwierigen Zukunftsaufgaben gewachsen zu sein. Die CDU mache aus der Not eine Tugend und setze auf das Weiter so.

Herter: „Persönlich hätte ich ihm – ganz freundschaftlich – den wohlverdienten Ruhestand gewünscht.“ Digitalisierung und Energiewende als Erfolgsmotoren für Hamm zu begreifen, gehe Hunsteger-Petermann nur widerwillig an. Viele soziale Projekte wie das kostenlose Mittagessen in Schulen für Kinder aus finanzschwachen Familien oder die Quote für preisgünstige Wohnungen habe die SPD hart erkämpfen müssen.

Grüne: Zeit für einen Wandel ist da

Auch Grünen-Sprecherin Arnela Sacic hat die Kandidatur des amtierenden OBs schon kommen sehen. „Das ist keine Sensation.“ Wenn Hunsteger-Petermann auf Kontinuität setze, dann sei es nun Zeit für einen Wandel und den Mut zu Veränderungen, so Sacic. „Für die Grünen lese ich aus der Ankündigung, dass wir noch mehr für ein starkes grünes Ergebnis in Hamm kämpfen müssen, damit ein Wandel gelingt“, sagte die Sprecherin. Kontinuität könne nicht die Antwort auf die vielen Herausforderungen sein.

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Kein rot-rot-grüner Kandidat in Sicht

Ein schlechtes Zeugnis der Hunstegerschen Amtszeit stellt auch Alisa Sengül, Sprecher des Kreisverbandes „Die Linke“, aus. Hunsteger-Petermann habe nicht dazu beigetragen, dass es der Stadt besser gehe. „Die Mehrheit der Menschen in Hamm hat nicht von der Politik des Oberbügermeisters profitiert“, so Sengül. Es sei Zeit für einen Wandel. Gerne hätten die Linken mit der SPD und den Grünen einen gemeinsamen Kandidaten aufgestellt. Sengül: „Es ist aber weit und breit keiner in Sicht.“

Viele Jahre der Stagnation?

Cevdet Gürle, Sprecher von Pro Hamm, hätte es gerne gesehen, wenn die CDU einen neuen Kandidaten präsentiert hätte. Er glaube, dass sich Hunsteger-Petermann inzwischen für unersetzlich halte. Unserer Stadt würde es gut tun, wenn wir einen Aufbruch hätten, so Gürle: „Unser OB steht seit vielen Jahren für Stagnation.“

FDP sieht SPD als Problem

Dass sich der OB seine Entscheidung gut überlegt habe und er genau wisse, was er tut, glaubt FDP-Kreisvorsitzender Ingo Müller. Es sei deutlich gewesen, dass die CDU hinter dem Oberbürgermeister steht. Im Gegensatz zu den anderen Oppositionsparteien und der SPD glaubt Müller, dass Hunsteger-Petermann noch Kraft und Gestaltungswillen habe.

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„Die SPD ist das Problem“, resümiert er. In der aktuellen Legislaturperiode habe Hunsteger zu oft die SPD umarmt. Müller: „Der OB macht nur das, was die SPD zulässt“. Das reiche nicht ansatzweise aus.

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