Zwei Jahre nach Betriebsende

Tankhof Östingstraße: Hässliche Altlast ohne Perspektive

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Hamm - Der Verkauf des ehemaligen Tankhofs an der Östingstraße 6 gestaltet sich schwierig: Zwei Jahre nach Betriebsende gibt es keinen Abschluss. Auch die Stadt Hamm hat ein Auge auf den Bereich, konkrete Ankaufverhandlungen gibt es zurzeit aber nicht. Und nun?

Vor zwei Jahren wurden die Zapfsäulen am ehemaligen Tankhof an der Östingstraße 6 abgebaut. Seitdem liegt das Grundstück mit allen Aufbauten brach. Vermarktungsversuche sind bislang gescheitert, und momentan deutet nichts darauf hin, dass sich an dieser Stelle so schnell etwas ändert im Stadtbild.

Das Grundstück befindet sich im Eigentum von Total Deutschland. Aus wirtschaftlichen Gründen hatte das Unternehmen den Standort Ende 2015 aufgegeben. „Die Fläche ist noch nicht verkauft“, sagte eine Total-Mitarbeiterin auf Nachfrage. „Von den Preisen her lohnt es sich nicht.“

Alter Tankhof und Umfeld Kleine Alleestraße/Östingstraße

Die Mitarbeiterin sprach von einer Patt-Situation: Für ein Grundstück mit den Altlasten einer Tankstelle lasse sich kein vernünftiger Preis erzielen. Umgekehrt werde das Unternehmen womöglich draufzahlen, wenn die Altlastensanierung auf eigene Rechnung ausgeführt und das Objekt anschließend verkauft werde.

Das vor zwei Jahren angekündigte Altlastengutachten sei erstellt worden, so die Mitarbeiterin. Handlungs- beziehungsweise akuter Sanierungsbedarf bestehe aktuell nicht. Details zu dem, was sich unter der ehemaligen Tankstelle im Boden verbirgt, wollte sie nicht nennen.

Ein Vermarktungsversuch habe auch Interessenten angelockt, allerdings sei es nie in die Nähe eines Abschlusses gekommen. Die Angebote seien zu schlecht gewesen. Unter den Interessenten seien unter anderem Gebrauchtwagenhändler gewesen. Über weitere Perspektiven für das Grundstück gebe es noch keine abschließende Meinung im Unternehmen.

Ein Verkauf der ehemaligen Tankstelle würde die Möglichkeiten deutlich erhöhen, den Bereich Kleine Alleestraße städtebaulich in weiten Teilen neu zu gestalten. In diesem Jahr soll das ehemalige Eisenbahnerwohnheim schräg gegenüber abgerissen werden. Zu diesem Zweck hatte es die Stadt an die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) verkauft.

Die Stadt habe auch die gegenüberliegende Tankstellenseite im Auge und es habe auch Gespräche mit Total gegeben, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. Der Kontakt solle wieder aufgenommen werden. Allerdings sei allein der Erwerb der ehemaligen Zapfstation nicht attraktiv für eine zukünftige Entwicklung. „Hier müsste man tiefer in die Östingstraße hineingehen und auch das Eckgebäude zur Alleestraße in die Überlegungen einbeziehen. Damit könnte der Standort für eine neue Gewerbeansiedlung interessant werden“, sagte Herberg. Allerdings – das machte der Sprecher deutlich – ließen sich diese Überlegungen nur bei „vernünftigen Konditionen“ fortführen.

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