Neu-Organisation nötig

Otmar-Alt-Stiftung vor Neu-Organisation

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Bis zum nächsten Sommerfest soll die Otmar-Alt-Stiftung umstrukturiert werden.

HAMM -  Was ist in der Otmar-Alt-Stiftung los? Offenbar nichts, wenn es um Veranstaltungen geht; offenbar eine Menge, wenn es um die innere (Neu-)Organisation geht.

Für letztere ist Hans Hesse zuständig, der offiziell seit Januar 2012 als ehrenamtlicher Geschäftsführer der Otmar-Alt-Stiftung tätig ist. Er habe verfügt, dass es 2013 keinerlei Veranstaltungen seitens der Stiftung in Norddinker geben werde, teilte er auf WA-Anfrage mit: Es werde keinen neuen Stipendiaten geben, der Kosten in Höhe von rund 10 000 Euro verursache, und auch der mit 5 000 Euro dotierte Kulturpreis werde im kommenden Jahr nicht vergeben. Als Grund führt Hesse Geldmangel an: „Wir haben zurzeit nicht die Mittel, diese Dinge zu finanzieren.“

Ebenfalls abgesetzt ist die Reihe „Mit Biss“, in der Politiker ebenso wie Größen aus der Film- und Musikbranche zu Gast waren, um Auskunft über ihre Leben zu geben; „Stars“ wie Roland Koch, Gregor Gysi und Franz Müntefering waren da interviewt worden, aber auch Volker Schlöndorf (zudem Kulturpreisträger 2012), Peter Maffay oder Katja Ebstein.

„Es gab Höhepunkte, aber die Resonanz des Publikums war doch begrenzt“, begründet Hesse die Einstellung der Reihe. Offenbar soll auch das „Kultur-Café“, von dem es im Oktober nur eine Veranstaltung mit einer Autorenlesung gab, nicht fortgesetzt werden. „Wir haben uns einen Gesundschrumpfungs-Prozess auferlegt, weil uns die Finanzierung der Stiftung doch erhebliche Probleme bereitet“, gibt Hesse zu.

2013 wolle man sich Gedanken darüber machen, wie die Stiftung wieder belebt werden kann, „ohne in finanzielle Turbulenzen zu kommen.“ Hesse räumt zudem ein, dass es über den künftigen Weg „unterschiedliche Auffassungen“ gebe. Die haben offenbar dazu geführt, dass Bolo Franke als Vorsitzender des Stiftungs-Beirats zurückgetreten ist.

Denn Hesse will die Stiftung nicht nur „kulturell etwas anders orientieren“. Zusätzlich notwendig seien „zeitgemäße Änderungen“ an der 20 Jahre alten Satzung – um welche Änderungen es sich handelt, wollte er nicht sagen. Der Stiftungszweck könne natürlich nicht verändert werden – und da gehe es in erster Linie darum, das Lebenswerk Otmar Alts zu erhalten.

Eine Satzungsänderung kann von den beiden Mitgliedern des Stiftungsvorstands – Otmar Alt als „geborenes“ Mitglied und Hesse als Geschäftsführer – sowie dem Stiftungsbeirat beschlossen werden. Letzterer besteht aber nach dem Rücktritt Frankes nur noch aus zwei Mitgliedern – obwohl satzungsmäßig sieben bis neun Mitglieder vorgeschrieben sind. Hesse dazu: „Es steht alles auf Anfang. Wir brauchen erst einmal einen arbeitsfähigen Vorstand und Beirat.“

Letzterem gehört zurzeit Reiner Meyer an, der zugleich Vorsitzender des Freundeskreises der Otmar-Alt-Stiftung ist – als eingetragener Verein formal eine unabhängige Einrichtung. Zu den aktuellen Veränderungen in der Stiftung will Meyer offiziell keine Stellungnahme abgeben.

Hinsichtlich des Freundeskreises sagt er: „Wir haben unsere Schularbeiten gemacht.“ Für 2013 sei eine Reihe von Veranstaltungen geplant, beginnend mit dem Neujahrsempfang samt Eröffnung der Foto-Ausstellung „Wirtschaftswunder“ am 27. Januar. Wer die neu gestaltete Homepage der Stiftung aufruft, bekommt allerdings den Eindruck, dass die Stiftung als Veranstalter auftritt und nicht der Freundeskreis.

Der hat darüber hinaus ganz eigene Probleme, die Meyer im neuen „Anstifter“, der Freundeskreis-Zeitung, thematisiert: Von „weit über 1 000 Mitgliedern“, schreibt er da, die es zu den Anfängen der Stiftung gegeben habe, aktuell seien nur noch rund 500 übrig. Otmar Alt selbst teilt mit, dass die Stiftung dabei sei, junge Menschen „mit in ihr Boot“ zu holen – was nicht einfach sei. - san

www.otmar-alt.de

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