Zweite Haftstrafe verhängt

Schaden von über 2 Millionen Euro: Angeklagter muss nach Steuerbetrug in Hamm hinter Gitter

Symbolbild Justitia mit Waagschalen
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Jetzt wurde ein zweiter Mann wegen des massiven Steuerbetrugs in Hamm verurteilt.

Mehrere Millionen Euro Schaden hat ein Hammer Unternehmer den Sozialkassen zugefügt, weil er für große weder Steuern noch Sozialabgaben zahlte. Nun erhielten zwei seiner Helfer vor dem Dortmunder Landgericht die Quittung.

Dortmund/Hamm – Mit fingierten Rechnungen haben zwei Unternehmer aus Thüringen einem Geschäftsfreund aus Hamm bei dessen Steuerbetrug geholfen. Vom Dortmunder Landgericht fiel nun das Urteil.

Für den 50-jährigen Hauptangeklagten hatte die Richter der 43. Strafkammer überhaupt keine guten Nachrichten. Angesichts der Vielzahl der Fälle und der Höhe des Schadens war eine Bewährungsstrafe aus ihrer Sicht einfach nicht mehr drin. Der Unternehmer wird die verhängten zwei Jahre und vier Monate Haft in einem Gefängnis verbüßen müssen.

Neffe war wohl nur der Strohmann

Beim mitangeklagten Neffen des Unternehmers stellt sich der Fall dagegen anders dar. Zwar ist auf sämtlichen Rechnungen die Unterschrift des 36-Jährigen zu finden. Die Richter sind jedoch davon überzeugt, dass es sich bei diesem Angeklagten um einen klassischen Strohmann handelte. Der Onkel habe die krummen Dinger eingefädelt, der Neffe lediglich seinen Namen hergegeben.

Der eigentliche Betrüger in diesem Fall ist bereits in einem früheren Prozess von derselben Strafkammer zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach anfänglichem Zögern und Bestreiten hatte der Geschäftsmann aus Hamm zugegeben, seinen Angestellten große Teile ihres Lohnes bar auf die Hand und damit an der Steuer und den Sozialkassen vorbei ausgezahlt zu haben.

Das Unternehmen des Hammers hatte sich auf Hausmeisterdienste und viele andere Dienstleistungen rund um die Bewirtschaftung von Immobilien spezialisiert gehabt.

Die falschen Rechnungen aus Thüringen dienten dazu, die Schwarzgeldzahlungen in den Firmenbüchern zu verschleiern. Das Unternehmen in Hamm überwies regelmäßig größere Summen an den Onkel und seinen Neffen – und das für Dienstleistungen, die es in Wirklichkeit nie gegeben hatte. In Thüringen wurde das Geld dann vom Konto abgehoben und in bar wieder zurück nach Hamm gebracht.

Schaden von mehr als zwei Millionen Euro

Allein bei den Sozialkassen soll auf diese Weise ein Schaden von über zwei Millionen Euro entstanden sein. Hinzu kommen noch mehrere Hunderttausend Euro Steuern, die der Unternehmer aus Hamm außerdem hätte abführen müssen, wenn er seinen Angestellten ihren vollen Lohn offiziell überwiesen hätte. Die beiden jetzt verurteilten Geschäftsmänner hatten für ihre Helferdienste rund 200.000 Euro Provision erhalten.

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