Fußball-Europameisterschaft

Steigt in Hamm das EM-Fieber? So gucken bekannte Gesichter das Spiel Deutschland gegen Ungarn

Deutschland olé! Die Familie Heimann jubelt mit der Nationalmannschaft, wenn es an diesem Mittwoch gegen Ungarn geht.
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Deutschland olé! Die Familie Heimann jubelt mit der Nationalmannschaft, wenn es an diesem Mittwoch gegen Ungarn geht.

Ganz Deutschland ist von Fußballfans besetzt. Ganz Deutschland? Nein. In Hamm gibt es ein paar Ausnahmen. Wir haben bekannte Gesichter der Stadt gefragt, ob bei ihnen vor Deutschland - Ungarn das Fußballfieber steigt.

Hamm – Gefragt, wie er die EM aktuell erlebt, muss Graffiti-Künstler Kai „The Uzey“ Wohlgemuth herzlich lachen. Sonst umtriebig und erfinderisch, wenn es um gemütliche Beisammensein und gelungene Partys geht, wehrt er belustigt ab: „Das glaubt keiner, wie egal mir das ist. Ich hab’ mit Fußball nix am Hut. Da würde ich mir eher noch Sportangeln anschauen. Aber Fußball?“

Weltweit bekannt durch Graffiti: Sprayer Kai Uzey Wohlgemuth aus Hamm mit seiner Super Nurse - vom Fußball hält er wenig.

Jenny Heimann und Christian Fecke: Einer von beiden guckt

Fündig wird man da vielleicht doch eher in einem Radiomoderatoren-Haushalt? „Wir haben am Samstag mit der gesamten Sportredaktion der Lippewelle geguckt, was sehr schön war, auch weil zu sehen war, wie alle gute Laune hatten und sich die Stimmung verändert hat, nachdem es erst ganz furchtbar war, als Portugal in Führung lag“, erzählt Jenny Heimann.

Im Haushalt von Jenny Heimann und Christian Fecke ist zumindest einer fußballbegeistert.

Fügt allerdings hinzu: „Ich persönlich habe das Ganze aber nur vom Balkon aus wahrgenommen, denn mich interessiert Fußball überhaupt nicht. Und ich freue mich tatsächlich auch, dass Christian (Fecke) dann heute zum Fußballgucken woanders hingeht, denn dann kann ich mit unserer Tochter Hannah zwei Folgen ,Stranger Things’ am Stück schauen. Trotzdem glaube ich, dass Deutschland gewinnt und freu’ mich sehr, wenn die EM noch ein bisschen weitergeht, weil dann einfach alle gute Laune haben.“

Ursula und Klaus Harkenbusch: Die Tochter ist voll im Modus

Auch im Haushalt von Ursula und Klaus Harkenbusch, eigentlich Experten in Sachen Event-Planung, scheidet die EM die kreativen Geister: „Meine Frau ist daran nicht so interessiert. Dafür mein Töchterchen umso mehr“, meint Klaus Harkenbusch, der schon das Spiel gegen Portugal an der Seite seiner Tochter verfolgte und als schlicht „grandios“ empfand. Auch heute will er die Tochter besuchen, um den Deutschen die Daumen zu drücken.

Klaus Harkenbusch wird zusammen mit seiner Tochter und ihrem Mann das Deutschland-Spiel schauen.

„Und da meine Tochter mit einem Mexikaner verheiratet ist, wird sie uns wohl wieder mit mexikanischen Leckereien verwöhnen“, freut sich Harkenbusch auch auf die zu erwartenden Begleiterscheinungen der Begegnung. Er hofft, dass das deutsche Team die Ungarn 2:0 überflügelt.

Familie Heimann: Justus ist der zweite Kommentator

Jochen Heimann, der aktuell als Kommunikations- und Innovationsmanager für Westpress tätig ist, wird fast ein bisschen wehmütig, wenn er an das einstige EM-Fußballdorf denkt, das 2012 im Schatten der Pauluskirche aufgebaut wurde. Heimann selbst stand damals auf der Bühne, um zu moderieren. „Wenn ich Fotos davon bei Facebook sehe – 5.000 Leute feiern auf dem Marktplatz. Diese Euphorie. Damals war das alles so selbstverständlich.“

Neun Jahre später sieht die Situation ganz anders aus: Sohn Justus (8) ist Fußball-Fan durch und durch. Klar, dass Mama Lena Heimann am Samstag für das Spiel Deutschland gegen Portugal mit Flagge, Trikot und allem Drum und Dran dekoriert hatte. „Das Spiel haben wir ganz gesehen. Bei anderen Spielen gibt es in etlichen Familien Diskussionen, wie lange die Kinder gucken dürfen. Wir haben uns mit Justus geeinigt, dass er heute die erste Halbzeit Deutschland gegen Ungarn schaut. Dann steht es hoffentlich zur Pause 3:0 für uns, sodass er beruhigt ins Bett gehen kann“, spekuliert Jochen Heimann humorvoll.

Deutschland olé! Die Familie Heimann jubelt mit der Nationalmannschaft, wenn es an diesem Mittwoch gegen Ungarn geht.

„Wenn ich mir Justus so anschaue, entdecke ich durchaus einige Parallelen“, fügt der Moderator schmunzelnd hinzu: „Wir haben neuerdings immer zwei Kommentatoren – den einen Kommentator im Fernseher und Justus auf dem Sofa.“

Klar, dass der Knirps auch selbst spielt, aber da hören die Parallelen zum Papa auch schon auf: „Ich kann es gar nicht. Bislang habe ich nur ein einziges Tor geschossen. Das war beim Anton-Rehbein-Gedächtnisturnier gegen den SVA Bockum-Hövel. Erklären kann ich es mir bis heute nicht: Ich glaube, ich stand einfach im Weg und der Ball ist an mir abgeprallt“, erinnert sich Jochen Heimann.

Familie Obering: Emotionen ja, EM-Euphorie nein

Gefragt, wie im Hause Obering die Fans verteilt sind, seufzt Andreas Obering (Der Obel) mit theatralischem Unterton: „Sollen wir nun wirklich diesen Männer-Frauen-Konflikt aufgreifen?“ Schnell wird der Darsteller von Reporter Herbert Zimmermann im „Wunder von Bern“ wieder ernst. Das EM-Fieber steige bei ihm noch nicht merklich. Zwar weckten dramatische Ereignisse wie im Spiel „Russland – Dänemark“ und „Portugal – Deutschland“ Emotionen, aber:

Der „Obel“ ist noch nicht so richtig im Fußball-Fieber.

„Noch isses nich’ so weit, auch wenn es uns allen schon sehr viel besser geht. Kein Nachbarschaftsgucken und das Gefühl beim Anblick von Tausenden feiernden Menschen in Kopenhagen, dass niemals so viele Leute zusammenstehen sollten. Corona lässt sich nicht einfach abschütteln, so der Künstler. Für heute wünscht er sich ein buntes Spiel, in dem einmal mehr Weltoffenheit demonstriert wird und an dessen Ende ein klares 3:0 für Deutschland steht. „Ich bin sehr stolz auf die Kapitänsbinde“, spielt er auch noch auf Neuers Regenbogen-Zeichen für Toleranz an.

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