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Steigen die Fahrpreise? Stadtwerke-Busse brauchen Elektro- oder Biogasantriebe

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Von: Jörn Funke

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Wird es so auch in Hamm aussehen? Auf Sylt ist die Zukunft schon unterwegs: Hier steht ein Elektrobus (rechts) neben einem autonom fahrenden Kleinbus. © dpa

Hamm - Die städtische Busflotte muss bis 2025 weitgehend auf Elektro- oder Biogasantrieb umgestellt werden. Das ist die Folge einer jüngst verabschiedeten EU-Richtlinie. Die Stadt begrüßt die neuen Vorgaben, die Stadtwerke sehen derzeit kein Problem im Austausch des Fuhrparks. Der Deutsche Städtetag rechnet jedoch mit steigenden Fahrpreisen.

Die Fortschreibung einer EU-Richtlinie zu Emissionen von Lastwagen und Bussen legt den Kommunen Quoten auf: Bis 2025 müssen demnach 45 Prozent der Busse sauber fahren, 2026 bereits 65 Prozent. Die Richtlinie muss innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden. Unklar ist, ob die Vorgabe auch für private Betreiber im öffentlichen Liniennetz gilt, wie die Firma Breitenbach in Hamm. 

Die Stadt begrüßt die Entwicklung. Die Richtlinie sei ein „Signal, das wir gut finden“, sagte ein Stadtsprecher. Die Stadt fördere die Neuanschaffung von Linienbussen finanziell, künftig wolle man auch die Emissionsfrage in den Förderkriterien berücksichtigen. Bei einer Umstellung als alternative Antriebe gehe es jedoch nicht nur um die Fahrzeuge, auch die Infrastruktur – wie Werkstätten und Ladestationen – müsse bedacht werden.

Technik lässt noch zu wünschen übrig

Die Stadtwerke sehen den Austausch der Busflotte gelassen. Derzeit seien Elektrobusse zwar deutlich teurer als herkömmliche Dieselmodelle, sagte eine Unternehmenssprecherin. Außerdem seien die Akkus noch nicht so langlebig wie gewünscht. Man setzt aber darauf, dass in den kommenden Jahren technisch viel passiere. Weil der Fuhrpark regelmäßig erneuert werde, gehe das Unternehmen davon aus, bis 2025 genügend geeignete Fahrzeuge anschaffen zu können.

Jährlich bis zu vier neue Fahrzeuge 

Aktuell haben die Stadtwerke 61 Busse und beschaffen jährlich bis zu vier Fahrzeuge neu. Die Busse können bis zu 14 Jahre im Einsatz sein, werden allerdings nach sieben Jahren nur noch in Stoßzeiten und für zusätzliche Fahrten eingesetzt. Die Kosten für einen neuen Dieselbus liegen bei 250.000 Euro aufwärts.

Befürchtung des Deutschen Städtetages

Der Deutsche Städtetag befürchtet Medienberichten zufolge durch die E-Bus-Quote steigende Fahrpreise im Nahverkehr. Höhere Ticketpreise seien aber das falsche Signal; der öffentliche Verkehr müsse ausgebaut werden, um mehr Menschen zum Umstieg zu bewegen, heißt es dazu.

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