Herber Rückschlag für betroffene Ortsteile

Bahnübergänge: Stau-Gau in Hamm droht Verlängerung

Am Bahnübergang in Wiescherhöfen müssen Autofahrer oft warten.
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Gelegenheit, sich in Geduld zu üben: Am Bahnübergang in Wiescherhöfen müssen Autofahrer oft warten.

Die Stadtverwaltung glaubt nicht daran, dass 2025 mit der Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge entlang der Strecken Hamm–Dortmund und Hamm–Unna begonnen werden kann. Eigentlich war das lange Zeit kommuniziert worden.

Hamm - Für die staugeplagten Bürger in der Selmigerheide und in Weetfeld, denen die mehr geschlossenen als offenen Bahnschranken ein Dorn im Auge sind, ist es ein herber Rückschlag. „Über den Start der Baumaßnahme kann noch keine Aussage getroffen werden. Mit den Erfahrungen bei der Bahnübergangs-Beseitigung in Westtünnen (Südfeldweg) ist ein Planungszeitraum von nur sechs Jahren für eine derartige Maßnahme unrealistisch“, teilte die Stadt Hamm auf eine Anfrage der SPD-Bezirksfraktion Pelkum mit und bezog sich dabei auf 2019.

Denn just in diesem Jahr sollte, wie Anfang 2018 bei einer Bürgerversammlung von der Stadt mitgeteilt worden war, die Planungsvereinbarung zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Hamm unterzeichnet werden. Mit ihr sollte die Maßnahme planerisch auf den Weg gebracht werden. Doch die Monate vergingen, ohne dass ein Papier unterzeichnet wurde – 2019 und 2020 nicht und auch 2021 bisher nicht. „Die Planungsvereinbarung mit der DB konnte noch nicht abgeschlossen werden. Aufgabe der DB Netz AG ist es, einen Entwurf vorzulegen. Dies ist leider noch nicht geschehen“, so die Stadt.

Und das wurmt die Bürger. Sie sehen ihre Befürchtungen bestätigt, dass es bereits in einem vergleichsweise frühen Stadium zu erheblichen Verzögerungen gekommen ist und sie wohl noch einige Zeit mit dem Stau-Gau vor ihrer Haustür leben müssen.

Bürger und Politik enttäuscht

Enttäuscht reagierten auch die Bezirksfraktionen von SPD und CDU. „Die Verschiebung ist mehr als ärgerlich – ärgerlich für die Bürger und für den gesamten Bezirk“, sagte Christopher Magh, Chef der SPD-Bezirksfraktion. Man habe jedoch kaum Möglichkeiten, Einfluss auf die Unterzeichnung der Planungsvereinbarung auszuüben. Man könne nur den Finger in die Wunde legen und versuchen, Druck auf die Deutsche Bahn auszuüben.

Das wollen auch die Christdemokraten, wie etwa Fraktionschef Anton Harling erklärte. Die Bahnübergangs-Beseitigung müsse auch in Zusammenhang mit der B63n gesehen werden. Aber gerade mit Blick auf die Straße vermisse er ein klares Signal der Pelkumer Ampel-Koalition. Auch für ihn ist es „extrem ärgerlich“, dass der in Aussicht gestellte Termin zur Bahnübergangs-Beseitigung wohl nicht eingehalten werden kann.

Vier Bahnübergänge sollen verschwinden

Anfang 2018 wurden die Pläne zur Bahnübergangsbeseitigung entlang der Strecke Hamm – Dortmund vorgestellt. Die Übergänge Wiescherhöfener Straße, Friedhofsweg, Provinzialstraße und Kirchspiel sollen demnach aufgegeben und durch einen Tunnel mit Anschluss an die B 63n (Provinzialstraße) beziehungsweise eine Überquerung für Radfahrer und Fußgänger (Friedhofsweg) ersetzt werden.

Für die Strecke Hamm – Unna wurden die Pläne zwei Jahre später vorgestellt. Hier sollen ebenfalls vier höhengleiche Bahnübergänge verschwinden: Provinzialstraße, Wilhelm-Lange-Straße und zweimal Grenzweg in Bönen. Sie sollen durch ein Brückenbauwerk südlich des Übergangs Wilhelm-Lange-Straße ersetzt werden. Geplant sind hier auch eine Anbindung an den Inlogparc, an die B 63 n sowie die K 13 n westlich der Provinzialstraße.

Das und der Umgang der Koalition mit der B63n führe zu noch mehr Politikverdrossenheit. Es sei daher kein Wunder, dass immer mehr Menschen nicht zur Wahl gehen. Wie Harling ausführte, werde die CDU nicht locker lassen und zeitnah dem Landes- beziehungsweise Bundesverkehrsminister schreiben und auf die unbefriedigende Situation in der Selmigerheide aufmerksam machen.

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