Was wurde eigentlich aus...?

Statt Retter-App: Hamm setzt auf telefonische Wiederbelebung

Retter-App
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Eine Retter-App (hier ein alternativer Anbieter) war in Hamm vor fünf Jahren angekündigt worden.

Was ist eigentlich aus der Retter-App für Hamm geworden? Nichts, genau. Stattdessen heißt es inzwischen: Wer einen Notfall meldet, soll mit professioneller Anleitung auch Leben retten können.

Hamm – In Notfall kommt es auf jede Sekunde an. Wenn der Rettungsdienst nicht sofort zur Stelle sein kann, sollen Ersthelfer lebenrettende Maßnahmen ergreifen. Über eine App wollte die Stadt vor fünf Jahren ausgebildete Ersthelfer wie Ärzte oder Feuerwehrleute zu Unfallorten in der Nachbarschaft beordern. Daraus ist bisher nichts geworden – man setzt inzwischen darauf, Anrufer bei Reanimationen telefonisch anzuleiten.

2016 hatte man eine App im Blick, die in Gütersloh bereits eingesetzt wurde. Mittlerweile gebe es auf dem Markt der Retter-Apps mehr als fünf Anbieter, sagte Stadtsprecher Lukas Huster. Lediglich zwei davon seien in einzelnen Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens vertreten.

In direkter Nachbarschaft Hamms habe bisher nur der Kreis Unna eine solche Retter-App eingeführt, so der Stadtsprecher. Die Kreise Coesfeld, Warendorf und Soest sowie die Städte Münster und Dortmund hätten bisher nichts in dieser Art eingeführt. Weite Verbreitung habe das System also nicht gefunden.

(K)Eine Retter-App für Hamm: einheitlicher Standard fehlt

Und es gibt eben keinen einheitlichen Standard. Den fände die Stadt aber sinnvoll. Rettung höre ja nicht an der Stadtgrenze auf, so Huster weiter. Denn die ehrenamtlichen Ersthelfer seien mobil und sollten unabhängig vom Ort alarmier- und einsetzbar sein – also auch an der Stadtgrenze oder im Nachbarkreis. Hierbei sei es sinnvoll, dass Ersthelfer möglichst nur eine App nutzen und auch nur eine Anmeldeprozedur durchführen müssen.

Offenbar steht eine Retter-App auf der Wunschliste der von Rettungsdiensten und Feuerwehren nicht so weit oben. Und es gibt aus Sicht der Stadt auch eine Alternative: Als eine effektive Möglichkeit, schnell Erste Hilfe am Patienten leisten zu können, seien in den vergangenen Jahren alle Leitstellendisponenten der Feuerwehr in der Telefonreanimation und der telefonischen Anleitung zur Ersten-Hilfe-Leistung ausgebildet worden, sagte Stadtsprecher Huster.

(K)Eine Retter-App für Hamm: Klare Kommandos für Ersthelfer

Bisher trauten sich viele Menschen nur einen Notruf abzusetzen, nicht aber lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten. Bei der Telefonreanimation werde der Anrufer direkt in kleinen schnellen Schritten an den Patienten herangeführt, durch klare Kommandos werden Berührungsängste überwunden und der Anrufer werde letztendlich in kürzester Zeit zur Reanimation angeleitet.

Hierdurch werde das kritische Zeitintervall bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst im Vergleich zum Mobilen-Retter-System noch einmal erheblich weiter verkürzt. Hilfe werde noch schneller geleistet, so Huster. Wenn sich die Telefonreanimation weiter bewähre, werde die Stadt die Einführung einer Retter-App neu bewerten.

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