Stadt Hamm stellt mehr Azubis ein

Statt Bildungsmesse nun ein Katalog

Praktische Übungen entfallen: 2019 konnten Jugendliche auf der Bildungsmesse noch selbst Hand anlegen, dieses Jahr gibt es nur einen Bildungskatalog.
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Praktische Übungen entfallen: 2019 konnten Jugendliche auf der Bildungsmesse noch selbst Hand anlegen, dieses Jahr gibt es nur einen Bildungskatalog.

Jahr für Jahr war die Bildungsmesse in den Zentralhallen ein Publikumsmagnet. In diesem Jahr musste ausfallen. Trotzdem gibt es für Schüler viele wichtige Informationen

Hamm – Scharenweise zogen Schüler, die einen Ausbildungsplatz suchen, in den Hammer Süden, um sich über Lehrstellen und andere Angebote zu informieren. 13 500 Interessierte kamen allein im vergangenen Jahr.

„Das Interesse ist nach wie vor ungebrochen, bei Schülern und bei Unternehmen“, bilanzierte Zentralhallen-Geschäftsführer Dr. Alexander Tillmann. In diesem Jahr ist allerdings alles anders: Wegen der Corona-Pandemie muss die Messe, die am vergangenen Wochenende stattgefunden hätte, ausfallen.

Gemeinsames Bildungskatalog entwickelt

Schüler, die sich bei der Messe einen wichtigen Überblick über das Ausbildungsplatzangebot in der Stadt verschaffen konnten, müssen nun aber nicht in die Röhre schauen: Gemeinsam haben die Stadt Hamm und die Zentralhallen einen Bildungskatalog entwickelt, in dem sich die Betriebe und Institutionen, die normalerweise auf der Bildungsmesse vertreten wären, vorstellen. „Der Katalog kann die Messe mit den persönlichen Gesprächen natürlich nicht ersetzen. Er bietet aber Orientierung und anschauliche Informationen rund um Ausbildung, Studium und Weiterbildung“, so Tillmann.

74 Seiten voller Informationen

Der Bildungskatalog wird allen weiterführenden Schulen zur Verfügung gestellt. Auf 74 Seiten werden in übersichtlicher Form die vielfältigen Möglichkeiten und Zugänge aufbereitet, die aktuell in Hamm und überregional auf dem Ausbildungs- und Weiterbildungsmarkt sowie in Form von Dualen Studiengängen angeboten werden.

„Ziel und Anspruch sind die selben wie bei der Präsenzveranstaltung: Es geht darum, junge Menschen für das Berufsleben zu qualifizieren und diese Fachkräfte nach Möglichkeit für die Zukunft an Hamm zu binden“, sagt Oberbürgermeister Marc Herter. Auch über den Bildungskatalog sei es möglich, seinen Arbeitgeber von morgen zu finden.

„Bei der Messe haben über die Jahre hinweg viele Jugendliche ihre Ausbildungsberufe und -betriebe gefunden“, beschreibt auch Bildungsdezernentin Dr. Britta Obszerninks die Ausgangssituation. Deshalb sei schnell klar gewesen, dass Stadt und Zentralhallen die Jugendlichen in diesem Jahr nicht ins Leere laufen lassen konnten. Daher man den Bildungskatalog entwickelt. OB Herter betont zudem: „Auch wenn die niederschwellige Form der direkten Begegnung ausfallen muss, können sich aus der Lektüre des Messekatalogs die ersten Schritte zu einem Bewerbungsgespräch ergeben“. Das Messemagazin zur Bildungsmesse sei voller Inspirationen für ein erfülltes Berufsleben in Hamm.

Herter sprach zudem von einer fatalen Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Viele Firmen planen, Ausbildungsplätze zu streichen, um kurzfristig Kosten zu sparen“ Die Stadt will mit guten Beispiel vorangehen und deutlich gegensteuern. Sie hat ein neues Programm für Ausbildung aufgelegt.

Konzern Stadt startet Programm für Ausbildung

Mehr als 30 zusätzliche Ausbildungsplätze bei der Stadt Hamm im kommenden Jahr, außerdem bis zu zehn zusätzliche Ausbildungsplätze bei allen ausbildenden Stadt-Töchtern: Damit will die Stadt Hamm jungen Menschen eine berufliche Perspektive bieten und gleichzeitig mit gutem Beispiel vorangehen. Insgesamt erweitert die Stadt Hamm damit ihre Ausbildungsplätze um 50 Prozent. Im kommenden Ausbildungsjahr 2021 wird die Stadt Hamm statt der ursprünglich vorgesehenen 51 Ausbildungsplätze insgesamt 85 Ausbildungsplätze anbieten „Außerdem nehmen wir unsere Töchter auf diesem Weg mit: Wir sind uns einig, dass auch die Stadtwerke, die Sparkasse und die Hammer gemeinnützige Baugesellschaft (HGB) ihre Kapazitäten ausweiten. Sie alle werden spürbar mehr Ausbildungsplätze schaffen“, unterstreicht Marc Herter. Er geht davon aus, dass auf diesem Weg statt 80 nun 120 junge Menschen bei der Stadt und den Stadttöchtern ihre Ausbildung beginnen. Die zusätzlichen Ausbildungsplätze werden im Rahmen der laufenden Bewerbungsverfahren für das kommende Ausbildungsjahr besetzt.

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