Im Altenzentrum Liebfrauen ging es los

Seit Montag werden auch in Hamm Menschen gegen Corona geimpft

Hier im Altenzentrum Liebfrauen haben Ärzte am Montagmorgen die ersten 180 Impfstoff-Spritzen gesetzt.
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Hier im Altenzentrum Liebfrauen haben Ärzte am Montagmorgen die ersten 180 Impfstoff-Spritzen gesetzt.

[Update] Seit Montagmorgen werden auch in Hamm Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Los ging es im Altenzentrum Liebfrauen im Hammer Süden.

Hamm - Einen Tag nach dem Startschuss für die größte Impfaktion in der Geschichte Deutschlands sind auch in der Stadt Hamm die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Am Montagmorgen fuhr ein mobiles Team das Altenzentrum Liebfrauen an der Werler Straße an und begann unmittelbar nach dem Anmischen des Serums mit dem Impfen der Bewohner und Mitarbeiter. Neben den Hausärzten waren die ärztlichen Leiter des Impfzentrums, Dr. Hans Wilhelm Haarmann und Prof. Dr. Lothar Reinken, vor Ort. (News zum Coronavirus in Hamm)

Die 180 Dosen, die in NRW an alle Kreise und kreisfreien Städte verteilt wurden, seien am Sonntag auch nach Hamm gekommen, bestätigte Stadtsprecher Detlef Burrichter auf Nachfrage. Sie reichten allerdings nicht aus, um alle Bewohner und Mitarbeiter der für den Beginn ausgewählten Einrichtung zu versorgen. Daher solle die Aktion am morgigen Dienstag fortgesetzt werden, nachdem dann die zweite Lieferung - es sollen 642 Einheiten sein - in der Stadt eingetroffen sei.

Impfstart in Hamm: Erstes Heim lange geheim gehalten

Wegen der in der zweiten Charge höheren Dosenzahl ist zu erwarten, dass am Dienstag mindestens ein weiteres Heim angefahren wird. Die Stadt Hamm habe dem NRW-Gesundheitsministerium und der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL) Mitte Dezember eine Liste übergeben, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Hamm. Welche Einrichtung konkret für die jeweilige Impfung vorgesehen wird, entscheide das ärztliche Team in enger Absprache mit der Heimleitung und den betreuenden Hausärzten.

Der Name des betroffenen Heimes war bis zum Montagnachmittag geheim gehalten worden. Stadtsprecher Burrichter nannte sich in diesem Zusammenhang die Stichwörter Haus- und Persönlichkeitsrecht, Datenschutz und Sicherheit. Nach Abschluss der ersten Aktion wurde der Name in der oben zitierten Mitteilung offiziell genannt.

Impfstart in Hamm: KVWL begründet späteren Starttermin

Die Irritationen um den Starttermin 28. Dezember löste die Stadt zwar nicht selbst auf (fast alle anderen Städte und Kreise in Deutschland hatten bereits am Sonntag mit dem Impfen begonnen). Doch nach Auskunft einer KVWL-Sprecherin habe man sich in Hamm gegen einen frühen Impfstart am Sonntag entschieden, weil an einem Sonntag viele Besucher Altenheime aufsuchten und die zusätzliche Impfung viel Unruhe in das Heim gebracht hätte. Daher hätten die Verantwortlichen vor Ort den Montag als Starttermin ausgewählt. 

Impfstart in Hamm: Impfzentrum ab Mitte Januar am Start?

Je nach Verfügbarkeit der durch das Land pro Kopf zugeteilten Impfdosen soll „Mitte Januar dann auch das Impfzentrum an der Friedensschule zunächst für die über 80-Jährigen“ öffnen, heißt es offiziell. „Niemand sollte sich täuschen“, mahnte Oberbürgermeister Marc Herter in diesem Zusammenhang: „Das wird ein Marathon – kein Kurzstreckenlauf. Die Verfügbarkeit der Impfstoffe wird das Tempo bestimmen, in dem die Impfung weiter Teile der Bevölkerung erfolgen kann.“ (Das komplette Statement des OB finden Sie unten im Artikel.)

Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

Impfzentrum in Hamm - die wichtigsten Fakten:

  • Das Impfzentrum soll täglich im Zwei-Schicht-Betrieb von 8 bis 20 Uhr geöffnet sein (der genaue Starttermin im Januar ist noch nicht bekannt).
  • 6 „Impfstraßen“ wurden in der vorderen der Dreifachsporthallen gemeinsam von der Stadt, der KVWL und den Zentralhallen eingerichtet.
  • 600 Impfungen am Tag sollen möglich sein, das entspricht 18.000 Impfungen im Monat.
  • Begleitpersonen sind ausdrücklich erwünscht, werden aber nur dann mitgeimpft, wenn sie ebenfalls einen Termin haben.
  • Menschen mit Symptomen wie Fieber werden strikt von allen anderen getrennt, um Ansteckungswege zu verhindern. Die Fiebermessung findet verpflichtend nach der Ankunft statt.
  • Im Foyer werden die persönlichen Daten der Impfkandidaten geprüft. Personalausweis und Krankenversicherungskarte sollten deshalb mitgebracht werden. 
  • Vor der Impfung gibt es ein Aufklärungsgespräch mit einem Arzt zum allgemeinen Befinden und möglichen Allergien. Danach geht es in eine Impfkabine, wo die Spritze gesetzt wird. 
  • Die Impfungen werden durch Ärzte der KVWL vorgenommen.
  • An einem der sechs Schalter kann sich der Impfling „auschecken“. Es werden die Originalunterlagen ausgehändigt. Diese müssen zum zweiten Impftermin nach exakt drei Wochen mitgebracht werden.
  • Geimpfte werden im Anschluss für 30 Minuten in einem Ruheraum beobachtet; damit soll gewährleistet werden, dass sie den Impfstoff gut vertragen.
  • Nach höchstens 60 Minuten soll die gesamte Prozedur vorüber sein.
  • Ein klares Park- und Verkehrskonzept soll die Belastung für die Anwohner und die Schüler im Umfeld so niedrig wie möglich halten. Wichtig: Dieses greift schon jetzt.

Impfstart in Hamm - Statement von OB Herter (Wortlaut):

„Der heutige Impfbeginn im Liebfrauenzentrum markiert den Wendepunkt der Corona-Pandemie. Ab heute geht es darum, das Virus aktiv zu bekämpfen, statt es nur einzudämmen. Das Jahr 2021 wird damit das Jahr werden, in dem wir uns Stück für Stück aus der Krise herausarbeiten können.

Niemand sollte sich täuschen: Das wird ein Marathon – kein Kurzstreckenlauf. Die Verfügbarkeit der Impfstoffe wird das Tempo bestimmen, in dem die Impfung weiter Teile der Bevölkerung erfolgen kann. Von städtischer Seite sind wir bereit, aber ich muss um Geduld bitten. Zunächst werden die aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung besonders gefährdeten Gruppen die Gelegenheit haben, sich impfen zu lassen.

Jedem, der geimpft werden will, wird im Laufe des Jahres ein entsprechendes Angebot gemacht werden können. Eine Impfpflicht gibt es nicht. Meine persönliche Bitte: Lassen Sie sich impfen – sie schützen damit sich und andere! Auch ich selbst werde mich impfen lassen, sobald meine Gruppe aufgerufen wird.

Das Zusammenspiel zwischen den Verantwortlichen auf Seiten der Stadt und auf Seiten des ärztlichen Teams verläuft routiniert und vertrauensvoll. Jeder konzentriert sich auf seinen Verantwortungsbereich. Gemeinsam garantieren wir, dass alle gelieferten Impfdosen umgehend und vor der nächsten Lieferung verimpft werden. So stellen wir sicher, dass es keinen Verzug gibt.

Mit der Durchführung der ersten Impfungen in Hamm ist die verantwortliche Ärztliche Leitung hochzufrieden: „Die Impfung verlief wie geplant und ohne Komplikationen. Ausnahmslos jede der Impfdosen hat Bewohnerinnen und Bewohner des Altenzentrums erreicht. Alle Impflinge sind wohlauf“, sagte Prof. Dr. Lothar Reinken. Die erste Charge des Medikaments reichte nicht für alle aus, sodass die Seniorinnen und Senioren im Altenzentrum Liebfrauen, die heute leer ausgingen, direkt von der nächsten Lieferung versorgt werden.

‚Jede Impfdose hat in Hamm die richtige Zielgruppe erreicht. Zuerst versorgen wir die Bürgerinnen und Bürger, die über 80 Jahre alt sind, in Alteneinrichtungen zuhause sind und deren Leben besonders durch das Coronavirus bedroht ist‘, sagte Markus Kreuz, der für die Errichtung des Impfzentrums zuständige Dezernent. „Wir haben uns zum Impfstart mit den Ärzten und der betroffenen Einrichtung bewusst gegen einen medialen Start der lang ersehnten ersten Impfungen entschieden, um die Privatsphäre und die Impfwürde der Impflinge als hohes Gut besonders zu schützen”, so Kreuz weiter. Es sei sichergestellt, dass auch die nächsten Impfstofflieferungen, die Hamm erreichen, ebenfalls ausschließlich an diese Personengruppe gehen.“

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