Startschuss für Lolli-Tests an Hammer Schulen

Am Montagmorgen machen die ersten Schüler in Hamm ihren Lolli-Test. Mit dem PCR-Test, der zweimal wöchentlich an Grund- und Förderschulen vorgesehen ist, sollen die Schulen Corona-sicher gemacht werden.

Hamm - „Lolli-Test“ heißt das Verfahren, weil die Kinder gut eine halbe Minute lang an einem Teststäbchen lutschen – eben wie an einem Lolli. Das ist gerade für kleinere Schulkinder einfacher als die Nasen- oder Rachenabstriche der bisherigen Schnelltests. Außerdem gilt das Verfahren auch als zuverlässiger, handelt es sich doch um PCR-Tests, die auch bei geringer Viruslast anschlagen. (News zum Coronavirus in Hamm)

Angewandt wird der Test in Hamm zunächst nur in der Notbetreuung von Grundschulen und in Förderschulen, die im Präsenzunterricht geblieben sind. Dabei ist das Prinzip auf den Wechselunterricht ausgerichtet: Eine Lerngruppe wird getestet, wenn sie in der Schule ist, die Tests werden dann über Nacht als Sammelprobe ausgewertet. Ist der Befund positiv, sind Einzeltests notwendig. Die finden dann am folgenden Tag statt, an dem die Kinder idealerweise zuhause sind. Dafür sind dann die Eltern zuständig.

Für den Wechselunterricht hat das Schulministerium deshalb einen täglichen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht vorgeschrieben. Die meisten Hammer Grundschulen hatten zuletzt ein System mit festen Wochentagen für den Präsenzunterricht; das wird nicht mehr möglich sein.

Lolli-Tests an Hammer Schulen: Kraftanstrengung für alle Beteiligten

Das Land habe alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen, schreibt Mathias Richter, Staatssekretär im Schulministerium, in einem Rundschreiben an alle Schulen im Land. Die ganze Organisation sei eine enorme Kraftanstrengung für alle Beteiligten gewesen.

Die Schulen seien an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gebracht worden, sagt Christina Kühler, Leiterin der Maximilianschule und Vorsitzende des Personalrats für die Hammer Grundschulen. Letztlich werde alles funktionieren. Doch ob das an diesem Montag schon so sei, bleibe abzuwarten. Am Freitag hätten zumindest noch nicht alle Schulen die Test-Sets erhalten.

Bei der Vorbereitung lief wohl einiges nicht glatt. Die Verfahren der beteiligten Labore seien ähnlich, aber nicht identisch, schreibt der Staatssekretär. Für Kühler heißt das: Ein Labor arbeitet mit QR-Codes, ein anderes mit analogen Überweisungsscheinen; mal kommen Mitarbeiter zur Einweisung der Lehrer, mal gibt es nur eine Kurzanleitung.

Lolli-Tests an Hammer Schulen: Taxiunternehmen transportiert Proben

Die Logistik hat auch die Stadt Hamm beschäftigt. Man habe ein Taxiunternehmen beauftragt, die Proben von den Schulen zu den verschiedenen Laboren zu bringen, sagte Stadtsprecher Lukas Huster. Die jeweiligen Routen habe das Land festgelegt, dabei sei die Verantwortung für einige Hammer Schulen an andere Gemeinden übertragen worden.

Trotz des großen Aufwandes begrüßt Kühler die Lolli-Tests: „Wir machen das alles für die Sicherheit der Schüler.“ Auch Katrin Schäfer, die Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft, spricht von Schwierigkeiten für die Schulen, aber von Vorteilen für die Kinder. Grundsätzlich, sagt sie, finde die Elternschaft die Lolli-Tests gut.

Rubriklistenbild: © Michael Reichel/dpa

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