Bauarbeiten zu Westfalia-Sportpark sind angelaufen

Fünf-Millionen-Projekt: Auf diesem Hammer Sportgelände wird künftig gespielt und gekickt

Neues Sportzentrum des SV Westfalia Rhynern, Skizze
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Ein Trumpf für die Zukunft des Sportvereins: So soll das neue Vereinsgebäude aussehen, zur neuen Spielfläche hin mit überdachter Tribüne. Die Vier-Gruppen-Sport-Kita soll im Erdgeschoss eingerichtet werden, im ersten Obergeschoss sind Funktions- und Umkleideräume sowie eine Hausmeisterwohnung geplant, im Staffelgeschoss mit Dachterrasse sollen unter anderem ein Fitnessraum und Bürozimmer entstehen.

Die Arbeiten für eines der größten aktuellen Bauprojekte im Stadtbezirk Rhynern haben begonnen. Rund fünf Millionen Euro werden hier investiert. Hier wird an der Zukunft eines Sportvereins gebaut.

Auf dem Vereinsgelände des SV Westfalia Rhynern sind die Bagger angerückt und bewegen die ersten Erdmassen. Es entstehen ein neues Fußballstadion mit Parkplatzanlage sowie ein Sportheim mit integrierter Kindertagesstätte. 2,1 Millionen Euro stammen aus dem Haushalt der Stadt Hamm.

Dem Westfalia-Vorsitzenden, Dr. Arnulf Kleine, war die Freude und Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Unzählige ehrenamtliche Stunden hatten er und sein Vorstandsteam in den vergangenen Monaten investiert. Jetzt liegen endlich die nötigen Baugenehmigungen vor und die Baufirma Hugo Schneider aus Hamm konnte mit den ersten Vorarbeiten beginnen.

Neues Vereinszentrum für Westfalia Rhynern: Platz für 1500 Zuschauer

„Die weiteren Ausschreibungen laufen, sodass wir zuversichtlich sind, dass noch in 2021 die Kita an den Start gehen kann“, so Kleine. Eine konkrete zeitliche Prognose, wann die Westfalia ihre neue Heimat beziehen kann, wollte er aber nicht abgeben, da es jederzeit, auch witterungsbedingt, zu Verzögerungen kommen könne.

Der Neubau entsteht auf der derzeit als Ausweichparkplatz genutzten Schotterfläche plus einem Teil des angrenzenden Areals. Mit den beiden benachbarten Trainingsplätzen (Rasen und Naturrasen) wachsen die Sportstätten des Vereins so zu einem Ensemble als neuer Westfalia-Sportpark zusammen. Zwischen Stadion und Straße entsteht ein Parkplatz mit rund 200 Stellflächen.

Es geht los: Die Vorarbeiten für das Fünf-Millionen-Euro-Projekt auf dem Westfalia-Vereinsgelände laufen.

Das Vereinsgebäude wird zwischen der neuen Spielfläche und den bereits bestehenden Trainingsplätzen errichtet. Eine Regenrückhaltung wird etwas abseits des Sportgeländes eingebaut. Im neuen Stadion werden rund 1500 Zuschauer auf Sitz- und Stehplatz-Tribünen bequem Platz finden können. Ein späterer Ausbau wäre möglich. Die überdachte Haupttribüne wird etwa 360 Sitzplätze haben.

Mit dem Bau und Betrieb der Sport-Kita geht der SV Westfalia ganz neue Wege. Der Förderverein der Kita „Rabatz am Berg“ ist im Hintergrund seit Monaten bereits rege tätig und kann den Start der Einrichtung kaum noch abwarten, auch wenn natürlich bis dahin noch viel Arbeit auf das Team wartet.

Neues Vereinszentrum für Westfalia Rhynern: Sport-Kita mit vier Gruppen

Auf rund 800 Quadratmeter Grundfläche kann sich die neue Kita ausbreiten. Sie ist ausgelegt für vier Gruppen mit entsprechenden Gruppenräumen und anderen Funktionsräumen wie Küche und Schlafräume für die U3-Kids. Auch eine knapp 100 Quadratmeter große Turnhalle entsteht auf dieser Ebene. Hinzu kommen zwei Außenspielbereiche, einer für die U3- und einer für Ü3-Kinder.

„Mit dieser Kita stellen wir den Verein für die Zukunft auf“, ist Kleine stolz über diesen mutigen Schritt. Nach einer Idee der Lokalpolitik entschied sich die Westfalia für den Bau der Kita und nahm damit eine Verzögerung des Baustarts von rund einem Jahr in Kauf.

Aber auch das neue Funktionsgebäude und der neue Hauptplatz sollen dem Vereinsleben einen zusätzlichen Schub geben, erhofft sich der Vorsitzende. Über zwei Treppenhäuser oder einen Aufzug erreichen die Sportler „ihr Reich“ mit acht Umkleidekabinen und angrenzenden Nasszellen. Büros, Hauswirtschaftsräume, Schiedsrichter-Kabinen und andere Nutzräume sind ebenfalls auf dieser Etage zu finden. Ein Multifunktionsraum wird von Kita und Sportverein genutzt werden. Für eine Hausmeisterfamilie hat das Architekturbüro Walter Lütkhoff eine etwa 70 Quadratmeter große Wohnung mit eigenem Balkon eingezeichnet.

Neues Vereinszentrum für Westfalia Rhynern: Dachterrasse mit Rundum-Blick

Büros, Besprechungszimmer, Lagerräume, Aufenthalts- und Fitnessraum erweitern die Nutzungsmöglichkeiten für den Verein im Staffelgeschoss. Das wird ergänzt durch eine große Dachterrasse, die um das Gebäude herumführt. Dies ermöglicht Blicke von oben in das Stadion sowie auf der anderen Seite auf die Nebenplätze. Ein Teil dieser Dachterrasse wird zudem begrünt.

Im Rahmen einer „Mensch-Thomas-Tour“ wird Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann heute (Mittwoch) samt Gefolge um 17 Uhr den Baustart des neuen Westfalia-Sportparks in Augenschein nehmen.

Geschichte eines Großprojektes

Seit 1950 ist der SV Westfalia Rhynern am Papenloh beheimatet. Mit wachsenden Mitgliedszahlen reichte schon bald der eine Sportplatz nicht aus. Nach diversen Ausweichmöglichkeiten wurde 1990 ein zweiter Rasensportplatz am „Tünner Berg“ errichtet. Bald darauf entstand dort ein weiterer Ascheplatz, der 2005 zum Kunstrasenplatz umgebaut wurde. Hauptplatz für die Heimspiele der ersten Mannschaft sowie Dreh- und Angelpunkt des Vereinslebens blieb aber der Papenloh. Mit dem sportlichen Erfolg der ersten Mannschaft wuchs auch die Abteilung, insbesondere die Zahl der Jugendmannschaften. Der Platz im 1997 erstellten neuen Sportheim reichte schon bald nicht mehr aus. Da auch die Konflikte mit der Nachbarschaft (Lärm und Verkehr) stiegen, versprach die Stadt Hamm, nach einer anderen Lösung zu suchen. Mangels Geld blieben die Pläne aber zunächst in der Schublade. Mit einem in Auftrag gegebenen Gutachten kam 2015 wieder Bewegung in die Planung. Der Papenloh solle aufgegeben und durch einen Neubau neben der Trainingsplätze ersetzt werden, hieß es dort. Die Stadt Hamm machte daraufhin in Person von Kämmerer Markus Kreuz auch finanziell den Weg frei für einen Umzug des SV Westfalia. Die Planungen wurden Anfang 2019 noch einmal um eine Sport-Kindertagesstätte erweitert. Entsprechend verzögerte sich der Baustart um gut ein Jahr. Der Papenloh wird nach der Fertigstellung nach über 70 Jahren aufgegeben.

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