Mann in Dortmund vor Gericht

Stalking im Allee-Center: Verkäuferin monatelang belästigt

Allee-Center Hamm Eingang Logo Symbolbild
+
Über Monate belästigte ein 36-jähriger Mann im Allee-Center eine Verkäuferin.

Monatelang lebte die Mitarbeiterin einer Modefiliale im Allee-Center Hamm in Angst. Ein offenbar psychisch kranker Stalker kam trotz Hausverbots fast täglich in ihr Geschäft. Mal brüllte er herum, mal machte er ihr Geschenke und beteuerte ihr seine Liebe.

Hamm/Dortmund – Der 36-jährige Angeklagte, der jetzt in Dortmund vor Gericht steht, ist für die Polizei in Hamm so etwas wie ein alter Bekannter. Wann immer der Mann Kontakt mit der Polizei gehabt haben soll, soll es dabei hoch hergegangen sein.

Gleich sechs Anklageschriften hatte die Staatsanwältin am Freitag zum Prozessauftakt am Dortmunder Landgericht im Gepäck. Von Körperverletzungen und Widerstandshandlungen gegen die Polizei war darin die Rede. Und von Beleidigungen, Nötigungen, Ladendiebstählen, Verstößen gegen Hausverbote und tätlichen Angriffen auf Sicherheits-Mitarbeiter.

Im Zentrum des Prozesses stehen jedoch eindeutig die mutmaßlichen Stalking-Aktivitäten des 36-Jährigen. Schon vor Jahren soll er sich in die Mitarbeiterin der Modefiliale verguckt haben. Aber zwischen Juni und September 2019 muss die Situation förmlich eskaliert sein.

Obwohl er bereits mit einem Hausverbot für das gesamte Allee-Center belegt war, soll der Mann immer wieder in das Geschäft gekommen sein. Stellenweise sechsmal an einem Tag. Den anwesenden Kunden und Kolleginnen der Betroffenen soll er ab und zu lautstark mitgeteilt haben: „Ich liebe sie, sie ist meine Frau.“ Manchmal soll sein Gemurmel auch völlig unverständlich gewesen sein.

Stalking im Allee-Center Hamm: lange Liste von „Geschenken“

Für Kopfschütteln im Gerichtssaal sorgte auch die lange Liste von „Geschenken“ für die Möchtegern-Geliebte. Blumen und ein silberner Ring erscheinen nachvollziehbar. Der Mann soll die Mode-Mitarbeiterin aber auch mit Holzketten und einem Stück Brot, mit einer Flasche Schwarzkümmel, Beeren, Kirschen und Weintrauben überhäuft haben.

Zurzeit ist der 36-Jährige in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Richter halten es für möglich, dass er nach dem Urteil in einer solchen Einrichtung verbleibt. Ein psychiatrischer Sachverständiger soll in einem vorläufigen Gutachten zu dem Ergebnis gekommen sein, dass der Mann psychisch schwer krank ist. Er selbst sieht das anscheinend anders. „Er möchte so schnell wie möglich zu seinen Eltern in die Türkei ausreisen“, sagte Verteidiger Marcus Herberholz.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare